Tag-Archiv: datenschutz

 

WhatsApp Alternativen und Datenschutzgeschrei

Jetzt ist es soweit! Der böse Konzern Facebook kauft also den Instant Messaging Dienst WhatsApp und plötzlich wird den Leuten bewusst, dass dort die eigenen Daten an Facebook verkauft werden. Natürlich sollte man sich hier auch mal Gedanken machen, dass diese Daten ja bereits vorher gesammelt wurden, eben von WhatsApp, künftig von Facebook. Aber Facebook ist eben der Buhmann und jetzt ist man auf der Suche nach Alternativen. Unterdessen rufen auch Datenschutzbeauftragte zum Boykott von WhatsApp auf. Ganz ehrlich, in meinen Augen sollte man sich bereits vorher – also vor der Installation und Verwendung von WhatsApp – im Klaren sein, dass man dadurch Daten preisgibt. Egal, ob sie dann bei WhatsApp oder eben Facebook landen. Ein schneller Wechsel zu den Alternativen ist jetzt also nicht zwingend empfehlenswert. Auch wenn ihr euren Account löscht, die Daten werden bleiben. Nichts desto trotz macht es vielleicht gerade jetzt doch Sinn zu wechseln, zumindest parallel. Denn eines wird bei einem Anbieterwechsel bei solchem IM Diensten doch immer gerne vergessen: Die Verbreitung unter den Freunden ist entscheidend. Und wenn gerade jetzt der WhatsApp-Facebook-Deal für Aufsehen sorgt, so ist vielleicht gerade jetzt der Zeitpunkt, den Freunden und Bekannten zu einem neuen Dienst raten zu können. Denn es gibt deutlich bessere Alternativen. Zwei Alternativen habe ich jetzt die letzten Tage getestet: Telegram und Threema.

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Überwachungsstaat für Dummys

 
Yes we scan

Yes we scan

Passend zu meinem letzten Aufreger und zum Thema PRISM, hat der Autor von Nerdcore das letzte Obama-Plaket etwas angepasst. Achtet ruhig mal auf die vielen kleinen Details ;-)

Wer mehr zum Thema wissen möchte, sollte auch unbedingt direkt bei Nerdcore vorbeischauen, dort findet ihr sehr interessante Ausschnitte, Links, Grafiken und mehr.

Und ich möchte hier natürlich auch auf die Quelle des Bildes hinweisen, ebenfalls von Nerdcore in verschiedenen Größen bei Flickr.

 

Die 2-Click Buttons sind da

Vor einigen Wochen brach eine erneute Diskussion über die Facebook „like“-Buttons aus. Der Vorwurf: Der Facebook-Button würde Daten an Facebook übertragen und somit auch Informationen über Nicht-Mitglieder sammeln. Von Website-Betreibern wird sogar nun erwartet, die Buttons zu entfernen. Der Streit geht unterdessen weiter und Facebook behauptet, es würden keine Daten von Nicht-Mitgliedern gesammelt werden. Währenddessen habe auch ich darüber nachgedacht, was man machen könnte. Während ich noch beim Nachdenken war und die Ideen im Hinterkopf hatte, war man bei Heise ganz schnell. Dort hat man vor einigen Tagen eine sehr schöne Lösung präsentiert: Die 2-Click Buttons. Dieser Code bindet zunächst nur graue Buttons direkt von der eigenen Webseite ein, mit einem Klick, kann der entsprechende Button (Facebook, Twitter, Google +1) aktiviert und nachgeladen werden. Erst ab diesem Zeitpunkt besteht die Möglichkeit, dass die Daten an Dritte übermittelt werden. Gestern hat Heise den 2-Click-Code unter einer OpenSource-Lizenz veröffentlicht. Fleißige WordPress-Nutzer haben den Code sogar schon in hilfreiche Plugins gegossen:

Ich nutze das erste der beiden genannten Plugins und es funktioniert offenbar ohne größere Probleme. Der einzige negative Punkt im Moment ist, dass der Code nur in einzelnen Seiten, also nicht auf der Startseite mit mehreren Artikeln, eingebunden werden kann. Aber dies ist zunächst zu verkraften und evtl. ist dies ja künftig auch möglich. Neben dem Datenschutz gibt es einen weiteren positiven Nebeneffekt: Die Seite wird beim Start schneller geladen, da zunächst keine Buttons von Fremdseiten geladen werden müssen. Übrigens kann man die Buttons dauerhaft aktivieren, dazu genügt ein Klick und die Auswahl auf das Zahnrad-Symbol.

Was haltet ihr von dieser Lösung? Ich freue mich über Kommentare ;-)

Was hältst du von den 2-Click-Buttons?

Ergebnisse

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Update

Inzwischen ist es mit dem von mir verwendeten Plugin (Version 0.7.1) auch möglich, die Buttons auf der Artikelübersichtsseite – also der Startseite – anzuzeigen. Es gibt hier zwar noch einige Bugs, aber die Hauptfunktionalität ist offenbar gegeben.

Update

Mittlerweile – mit Version 0.20 – wurden zahlreiche Bugs behoben und eine Menge Features hinzugefügt. Die Buttons auf der Übersichtseite funktionieren nun problemlos, auch bei permanenter Aktivierung.

 

 

Facebook „gefällt mir“ Button ganz böse?

Ja wo leben wir denn? Die Netzphobie kennt scheinbar keine Grenzen. Nicht nur, dass man in den politischen Klassen unserer Gesellschaft offenbar keine Ahnung hat, wie das Internet eigentlich funktioniert und man permanent Vorratsdatenspeicherung und Internetsperren (mit Argumenten wie Kinderpornographie und Glücksspielsucht) fordert, ist nun das „Unabhängige Datenschutz-Landeszentrum“ von Schleswig-Holstein auf die Idee gekommen, den einfachen Webseiten- und Blogbetreiber direkt zu belästigen. In einer merkwürdigen Mitteilung wird behauptet, der „gefällt mir“ Button von Facebook würde gegen geltenes Datenschutz-Recht (hier ein Artikel zu den Fallstricken unseres Aktuellen Datenschutz-Rechts) in Deutschland verstoßen. Deshalb gibt man deutschen Webseitenbetreibern (bzw. Betreibern aus Schleswig-Holstein) eine „Frist“ bis Ende September entsprechende Buttons zu entfernen. Der Button würde Daten direkt zu Facebook übertragen und man könne dort Profile auch von Nicht-Facebook-Nutzern anlegen. Offenbar ist es dieser großartigen Datenschutzbehörde entgangen, dass ganz offiziell und per Gesetz gebilligt, unsere Kontodaten und Fluggastinformationen in die USA übermittelt werden können, aber Facebook und sein Button ist hier der Feind. Dazu kommt die Tatsache, dass das ULD offenbar auch keine Ahnung von geltenden Gesetzen hat und mit Bußgeldern droht.

Wer aber dennoch „Angst“ vor dem Facebook Button und dem Unternehmen in den USA hat, kann den Button von selbst auf allen Seiten deaktivieren und ausblenden. Flugs gegoogelt, springt beispielsweise diese Anleitung dabei heraus.

Ich werde den Facebook „gefällt mir“ Button jedenfalls NICHT – zumindest vorläufig – von meiner Seite entfernen. In meinen Augen ist er eine Bereicherung zur Empfehlung und Verteilung von Interessen im Internet und in Sozialen Netzwerken.