Kategorien-Archiv: Kritik

 

Deutscher Medienzirkus in der Politik

Vor etwa einem Monat wurde das neue Kabinett bzw. dessen Mitglieder bekannt gegeben. Darunter befand sich auch eine interessante Personalie für den Finanzminister, Wolfgang Schäuble, der sich in den Jahren davor als Innenminister betätigte. Nicht nur dass dieser Mann offenbar ein außergewöhnliches Talent für die innere Sicherheit UND die Finanzsituation Deutschlands hat, lässt den Bürger tiefer nachdenken. Nein, vielen, ja sogar mir, obwohl es noch vor meiner politisch-interessierten Zeit war, fällt da ein gewisser Spendenskandal der CDU ein, in dem auch ein gewisser Herr Schäuble beteiligt war.

Am 2. Dezember 1999 wurde Schäuble im Rahmen einer Sitzung des Deutschen Bundestages durch Zwischenrufe des Abgeordneten Hans-Christian Ströbele auf seine Kontakte zum Waffenhändler Karlheinz Schreiber angesprochen. Wolfgang Schäuble äußerte in öffentlicher Sitzung vor dem Deutschen Bundestag, er habe „irgendwann im Spätsommer oder im Frühherbst 1994“ bei „einem Gesprächsabend in einem Hotel in Bonn […] einen Herrn kennengelernt, der sich mir als ein Mann vorgestellt hat, der ein Unternehmen leitet. Ich habe später festgestellt, daß es dieser Herr Schreiber war. […] Auf der damaligen Veranstaltung bin ich Herrn Schreiber begegnet. Das war es.“

Quelle Wikipedia

Doch offenbar war keiner der deutschen Journalisten auf der Pressekonferenz, auf der auch das neue Kabinett bestätigt wurde, in der Lage den selben Gedanken zu verfolgen. Stattdessen musste sich ein ausländischer Journalist zu dem Thema äußern und nach-haken, bekam allerdings keine Antwort.

Diese Frage wurde übrigens kaum in den Medien weiterverfolgt, aber vor wenigen Tagen war Wolfgang Schäuble zu Gast bei Maybrit Illner. Hier wird das Thema in der Schlussrunde erneut aufgegriffen und der deutsche Qualitätsjournalismus beweist einmal mehr was er (nicht) kann, nach-haken. Es wird als Abschlussfrage nach dem entsprechenden ausländischen Journalisten gefragt und Herr Schäuble scheint den Vorfall nicht zu kennen, aber auch das ist nicht gerade glaubwürdig. Dass dieser Herr hier so herumeiert und kein anständiges Wort über die Lippen bringt, ist für mich keine Überraschung, ich habe es nicht anders erwartet, aber wie schnell sich Frau Illner unterbuttern lässt und aufgibt zeigt die Ware Situation des sog. „Qualitätsjournalismus“ in Deutschland, aber seht selbst.

 

Wo die Meinungsfreiheit nicht gilt

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten … GG. Art. 5 Abs. 1

Wie man sieht, ist das Recht auf freie Meinungsäußerung bereits im Grundgesetz festgeschrieben. Doch wie weit gilt dieses Recht wirklich?

Im folgenden Blog werde ich einige reale und fiktive Beispiele anführen. Ich möchte hiermit ausdrücklich klarmachen, dass ich nicht die Meinung dieser Beispiele vertrete, sondern sie lediglich als Beispiel nutze.

Es ist wahr, in der Bundesrepublik Deutschland darf man seine Meinung frei äußern und muss keine Angst haben, dafür von der Staatsgewalt bestraft zu werden. Aber hier gibt es bereits eine erste Ausnahme: Sobald man eine Meinung äußert, die der sogenannten Volksverhetzung gleich kommt, ist es nach deutschem Recht eine Straftat. Wenn eine Person z.B. den Holocaust leugnet, kann sie dafür vom deutschen Rechtssystem zur Rechenschaft gezogen werden. Aber das soll nicht das Thema dieses Blogs sein.

Ich verfolge seit einiger Zeit den interessanten Gedanken, dass man seine Meinung zwar frei äußern darf, aber damit in der Gesellschaft und im Berufsleben erhebliche Probleme bekommen kann.
Oft werden wir in den Medien davor gewarnt, zu viele Informationen über sich, vor allem im Internet, preis zugeben. Dazu gehört vor allem auch die politische Einstellung. Denn wer sich im Internet oder auf andere Art und Weise frei über seine politische Ausrichtung äußert kann schwerwiegende Probleme bekommen.
Wer sich beispielsweise einer rechtsextremen Partei verbunden fühlt und dies auch kundtut, wird ein Problem in unserer Gesellschaft haben, da ein großer Teil der deutschen Bevölkerung dieses nicht akzeptieren kann.
Aber auch wer seine politische Ausrichtung in etablierten bzw. gemäßigten Parteien bekanntgibt, könnte den einen oder anderen Nachteil spüren. So bewirbt sich beispielsweise Bewerber XY bei einem renommierten Mittelstandsunternehmen, welches die politischen Programme der FDP unterstützt. Dieser Bewerber hat aber nun im Internet verlautbaren lassen, dass er Die Linke wählt. Dann kann es durchaus passieren, dass der Vorsitzende des entsprechenden Unternehmens dann zu sich sagt, er wolle keinen „Kommunisten“ in seinen Reihen beschäftigen.
Nun möchte ich aber zu einem aktuellen Beispiel kommen: Thilo Sarrazin, ehemaliger Finanzsenator Berlins und Mitglied des Vorstandes der Bundesbank. Vor einigen Wochen äußerte er seine Meinung bzgl. Ausländer in Berlin auf sehr drastische und klare Art und Weise. Als das betreffende Interview erschien, war die Entrüstung groß, denn sobald in unserer Gesellschaft das Thema Ausländer aufgegriffen und dann auch noch so überspitzt formuliert wird, wie von Herrn Sarrazin geschehen, wird das ganz schnell als Rassismus dargestellt. Auch die Medien tragen dazu bei, dass nahezu jeder Bundesbürger dieses mitkriegt. Nun bekommt Thilo Sarrazin die Konsequenzen seiner Meinungsäußerung zu spüren, in der deutschen Gesellschaft wird er teilweise gemieden (z.B. von Kollegen und Politikern), er wird von vielen ausländischen Mitbürgern verachtet und seine Befugnisse in seinem Beruf wurden beschnitten.

Wir sehen also, dass in der Bundesrepublik Deutschland zwar ein Recht auf die freie Meinungsäußerung existiert, aber wir sehen auch welche gesellschaftlichen und beruflichen Konsequenzen damit einhergehen können. Wenn dieses Grundrecht erreichen sollte, dass man sich völlig angst-frei über bestimmte Themen unterhalten kann, dann reicht es in dieser Form offenbar nicht aus. Wir als Gesellschaft müssen auch mit extremen Meinungen klarkommen, uns austauschen und überzeugen.
Wir brauchen Toleranz und keine Tabus

 

Eine wahre Geschichte – Freiheit statt Angst oder Angst statt Freiheit?

Am vergangenen Wochenende fand die Demonstration Freiheit statt Angst in Berlin statt. Auch vor Ort, war ein Blogger, den die Polizei scheinbar grundlos festgenommen hat.

Es folgt eine wahre Geschichte:
Am Wochenende des 11.-13. September 2009 fand in Berlin die Demonstration „Freiheit statt Angst“ statt. Ich war am Freitag gegen Abend in Berlin angekommen und kam am frühen Samstag Mittag mit der U-Bahn am Potsdamer Platz an, von dem aus die Demonstration starten sollte. Beim Betreten des Platzes zwischen Sony Center und Daimler Chrysler City wurde ich von einem Polizisten der Bereitschaftspolizei freundlich angesprochen, ob er einen Blick in meinen Rucksack werfen dürfe. Ich gestattete ihm dies ebenso freundlich. Während er den Inhalt meines Rucksacks untersuchte (eine Regenjacke, eine Wasserflasche) fragte er, ob ich irgendwelche spitzen Gegenstände mit mir führte. Tatsächlich hatte ich – wie immer – mein Letherman Tool, eine Art Multifunktionswerkzeug, im Rucksack. Dies gab ich an und suchte es auf Nachfrage aus dem Rucksack. Ich erklärte mein Letherman dem Polizisten, der das Werkzeug nicht kannte und zeigte ihm auch, dass sich ein Messer zwischen den Werkzeugen befindet. Der Polizist begutachtete das Tool und erklärte mir dann, dass das Mitführen eines Messers auf Demonstrationen nicht erlaubt sei. Er fragte, ob ich das Messer noch schnell nach Hause bringen könnte. Das konnte ich nicht, denn ich bin ja kein Berliner. Der Polizist bot mir daraufhin an, das Messer bei der Polizei vor Ort abzugeben und es nach der Veranstaltung wieder abzuholen. Ich willigte ein.

Gemeinsam gingen wir um die Ecke in die Potsdamer Straße, wo mehrere Einsatzwagen der Polizei standen. Der mich begleitende Polizist erklärte seinen Kollegen, dass ich das Tool abgeben wolle. Der Ton der dort wartenden Beamten war deutlich unfreundlicher, ich wurde abgetastet und sollte meinen Rucksack in einen der Mannschaftswagen stellen. Auf Nachfrage wurde mir gesagt, dass dies aus Sicherheitsgründen geschehe, damit ich keine Waffe aus dem Rucksack ziehen könne. Meinen Personalausweis stellte ich bereitwillig zur Verfügung, um das Ausstellen der Formulare zu erleichtern. Während nun ein weiterer Polizist abseits an einem anderen Wagen die Formulararbeit machte, erklärte der Beamte, der mich ursprünglich angesprochen hatte, seinen Kollegen, dass er das Tool nicht gefunden hätte, sondern dass ich es ihm ausgehändigt hätte, wonach die Behandlung und der Ton mir gegenüber deutlich freundlicher wurde.

Ich erkundigte mich, wo ich das Tool später wieder abholen könne. Ich könne es im „Abschnitt 34“, Alt Moabit 145 wieder abholen, wurde mir mitgeteilt. Dann wurde ich gefragt, ob ich “schon mal Kontakt mit der Polizei” gehabt habe: Nein. Auf Nachfrage, warum mir diese Frage gestellt wurde, sagte mir der Beamte, dass eine routinemäßige Kontrolle über Funk meiner Person erfolgen würde. Kurze Zeit später kam der Polizist mit dem Formular wieder und eröffnete mir, dass über Funk die Order ergangen sei, dass gegen mich eine Anzeige geschrieben werden müsse. Ich war total entsetzt, doch die umstehenden Polizisten versicherten mir, dies sei kein Problem und nur ein formaler Akt; die Staatsanwaltschaft würde das Verfahren voraussichtlich automatisch wieder einstellen.

Meinen Schrecken minderte das wenig, doch als erstes sollte ich das Protokoll über die, wie es mittlerweile hieß, “Beschlagnahme” des Tools unterschreiben, was ich auch tat. Wider Erwarten durfte ich nun nicht zur Demonstration gehen, sondern musste mit aufs Polizeipräsidium kommen, ein Fahrzeug war bereits auf dem Weg, um mich abzuholen. Der Polizist, der mich am Platz angesprochen hatte, registrierte meine aufkeimende Panik und versuchte, mich zu beruhigen. Auch er habe damit nicht gerechnet. Aber er könne nichts tun. Dies sei eine Anweisung “von oben”.

Eine Anweisung von oben war offensichtlich auch der vergitterte Wagen, in dessen Zelle ich eingeschlossen und abtransportiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nichts mehr bei mir außer den Durchschlag des Formulars über die Beschlagnahme. Mein Rucksack mit komplettem Inhalt (Handy, Fotoapparat, Schlüssel, Geldbörse etc.) hatte der Beamte in der Fahrerkabine. Ich studierte den Durchschlag: Dort war angekreuzt: Festgenommen. Nun brach ich erstmal vollständig zusammen… Auf Nachfrage, was mir vorgeworfen würde und warum ich festgenommen sei und warum ich in einer Gefängniszelle sitze wurde mir gesagt, dies würde ich auf dem Präsidium erfahren, es sei aber alles nicht so schlimm und festgenommen höre sich viel schlimmer an als es sei.

Der Wagen wollte gerade losfahren, hielt dann aber noch mal wieder an – es sei noch zu einer weiteren Festnahme gekommen und wir müssen noch kurz warten um eine weitere Person mitzunehmen. Der Polizist der bis dahin noch mit hinten im Wagen (außerhalb der Zelle) saß und sozusagen meinen einzigen Ansprechpartner dar stellte, verließ daraufhin das Fahrzeug wieder und ließ mich allein. Total aufgelöst versuchte ich den Beamten vorne im Fahrzeug anzusprechen: was los sei und ob ich noch mal an die frische Luft könne, da mir schlecht sei von der stickigen Luft (und der Situation) sei. Erst nach mehrmalige Ansprache sagte er kurz es ginge gleich weiter und schob das Sichtfenster zwischen Fahrer Bereich und dem hinteren Teil des Wagens zu.

Nach geschätzten 10 Minuten stiegen der Beamte von zuvor, eine Kollegin und ein weiterer scheinbar festgenommener Junge ein Wir fuhren darauf hin los. Nach etwa 10min Fahrt kamen wir an einer PolizeiwWache an und wurden hinein geführt. Nach kurzem Warten vor einer Tür wurden wir herein gelassen und ich wurde in eine Zelle geführt,die Tür wurde hinter mir verschlossen. Kurz Zeit später wurde ich wieder aus der Zelle geholt und sollte mich auf dem Flur vor eine Wand stellen, wo ein Beamter mit einer Digitalkamera Fotos von mir machte. Anschließend wurde ich wieder in die Zelle zurück geführt. Nach geschätzten weitern 10 Minuten wurde ich in einen weiteren Raum geführt, wo zwei Beamten auf mich warteten. Mein Rucksack wurde nun noch mal vollständig entleert und der Inhalt protokolliert. Während dessen fragte mich einer der Protokoll führende Beamte ob ich mit einer Blutprobe einverstanden sei; ich fragte, wozu. Mir wurde erklärt, dies sei eine StandardfFrage für ein Standardformular und es würde jeder gefragt. Darauf verweigerte ich die Entnahme eine Blutprobe formell, was in dem Formular vermerkt wurde.

Im Anschluss wurde ich aufgefordert mich bis auf die Unterhose auszuziehen (das Recht diese doch recht unangenehme Situation verweigern zu können kannte ich zu dem Zeitpunkt leider nicht) und meine Anziehsachen wurden erneut durchsucht. Nach kurzer Zeit erhielt ich sie zurück, durfte ich mich wieder anziehen, musste noch meinen Gürtel und meine Schnürsenkel abgeben und unterschrieb das Protokoll in dem alles was ich bei mir hatte aufgeführt war.

Mein Frage was mir denn nun vorgeworfen würde konnte der Beamte wieder nicht beantwortet: “das wisse er nicht, er sei nur dazu da meine Sachen aufzunehmen”. Ich fragte was den nun passieren würde und er sagte mir, dass ich vermutlich gleich befragt würde und ich dann auch Antwort auf meine Fragen erhalten würde. Ich schilderte den beiden anwesenden Beamten noch mal den Sachverhalt und sie erklärten mir, ich würde bestimmt schnell wieder entlassen, er führe schließlich auch meist sein Taschenmesser mit sich und ich hätte es ja freiwillig abgegeben.

Nach dem ich anschließend wieder in eine Zelle gesperrt worden war, begann das lange Warten. Von Zeit zu Zeit wurde die Tür kurz geöffnet und direkt wieder geschlossen – bei jedem Mal dachte ich, es würde nun endlich weiter gehen und ich würde endlich erfahren, was mir eigentlich vorgeworfen wurde, dem war aber leider nicht so. Als wieder einmal die Tür geöffnet wurde, fragte ich schnell nach der Uhrzeit – es war mittlerweile 16.15 Uhr. Ich saß also mittlerweile seit fast 4 Stunden fest und wusste immer noch nicht, warum. Es muss etwa 17.00 Uhr gewesen sein, als ich endlich aufgefordert wurde, mitzukommen. Meine Hoffnung nun endlich mit einem Ermittler sprechen zu können um den ganzen Sachverhalt aufzuklären, wurde aber leider wieder enttäuscht. Stattdessen wurde in einen Raum, ein Stockwerk tiefer, zum “LKA Berlin Erkennungsdienst” geführt.

Auch den drei Beamten dort schilderte ich unter Tränen nochmals den ganzen Sachverhalt und fragte, ob ich der Erkennungsdienstlichen Erfassung denn wenigstens formell widersprechen könne, da es sich doch ganz klar um ein Missverständnis handele – dies wurde verneint und ein Schild an der Wand wies mich mittels eines Paragraphen darauf hin, dass die Erkennungsdienstlichen Maßnahmen notfalls auch mit Gewalt durchgeführt werden könnten. Ich könne aber mit Hilfe eines Anwalts im Nachhinein der Maßnahme widersprechen, wozu er mir auch raten würde. Meine Frage, wer die Maßnahme angeordnet hätte, wurde mir mit einem Buchstabenabkürzung beantwortet, deren Bedeutung mir die anwesenden Beamten aber nicht erklären konnten oder wollten. Es wurden meine Fingerabdrücke von beiden Händen (alle Finger und komplette Hand), in doppelter Ausführung genommen, sowie erneut Fotos, offensichtlich für die Verbrecherkartei,gemacht.

Zurück in der Zelle betätigte ich nach kurzer Zeit die Klingel, es muss mittlerweile etwa 18.00 gewesen sein, um darum zu bitten meinen Rechtsanwalt anrufen zu können, da ich anfing zu befürchten auch noch die Nacht in der Zelle zuzubringen zu müssen. Wieso hast du das denn nichtvorher gefragt? Kommt hier komisch. Dies konnte der Polizist nicht entscheiden, versprach mir aber, seinen Vorgesetzten zu informieren und ihn zu mir zu schicken. Als nach einer geschätzten halben Stunde immer noch nichts passiert war, schellte ich erneut – ich fühlte mich zu diesem Zeitpunkt schon völlig ausgelaugt und fertig, was man mir auch anzusehen schien, da die Beamtin mit der ich sprach mir sagte es würden „jetzt erstmal die Sanitäter kommen“.

Zum Glück bestätigte sich meine erste Befürchtung, nun auch noch in eine psychiatrische Klinik verlegt zu werden, nicht (nichts erschien mir mehr unmöglich), sondern der Polizeisanitäter holte mich ab und wir gingen in seinen Behandlungsraum. Physiologisch wies ich zu diesem Zeitpunkt eine ausgeprägte Hypertonie (hoher Blutdruck) und einen sehr schnellen Puls auf. Die Vermutung, dass ich vermutlich absolut dehydriert war, schien plausibel, denn außer eine Tasse Kaffe zum Frühstück und einen kleinen Plastikbecher Tee, den ich nach mehrmaliger Nachfrage erhalten hatte, hatte ich den ganzen Tag noch nichts getrunken. Hier kam ich das erste Mal wieder etwas zur Ruhe und hatte das Gefühl als Mensch ernst- und wahrgenommen zu werden. Der Beamte sagte mir dann auch, dass er gehört hätte, dass ich vermutlich in der nächsten Stunde entlassen würde.

Nach einem anschließenden weiteren kurzen Aufenthalt in der Zelle erhielt ich gegen 19.30 tatsächlich alle meine Sachen (bis auf das Letherman Tool) zurück und konnte die Polizeiwache verlassen.

Bis zum heute weiß ich nicht was mir eigendlich vorgeworfen wurde. Meinen Anwalt habe ich bereits kontaktiert und es wird sich wohl in den nächsten Wochen zeigen wie es weiter geht. Mein vorrangiges Ziel ist natürlich mit meinen Fingerabdrücken und meinen Fotos wieder aus der Datei des LKAs heraus zu kommen.

Ich kann sagen, daß die Ereignisse vom Samstag das schlimmste sind was mir in meinem Leben bisher passiert ist. Die Aussage das Freiheitsentzug mit das brutalste ist, was man einer menschlichen Seele antun kann, kann ich voll bestätigen – nie zuvor habe ich mich so ängstlich und hilflos gefühlt.

Das man Angst haben muss, und die habe ich im Moment noch, auf einer friedlichen Demonstartion scheinbar grundlos von der Polizei verprügelt oder verhaftet zu werden, kommt in meinen Augen faktisch einer massiven Einschränkung des Demonstrationsrechts gleich.

Ebenfalls schockierend fand ich wie der Staatsapperat einmal ins Rollen gebracht, nicht wieder zu stoppen war. Persöhnlich kann man wohl kaum einem der Beteiligten der Exekutive einen Vorwurf machen – ein Jeder der Beteiligten konnte sich darauf berufen nur Befehle und Anweisungen ausgeführt zu haben. Diese Argumentation habe ich bisher nur von Angehörigen ehemaliger Unrechtsregimen gehört – ich habe mir eigendlich immer verboten ernsthaft zu glauben, daß so etwas im Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland tatsächlich möglich ist – wurde aber schmerzlich eines besseren belehrt.

 

Polizeigewalt bei Freiheit statt Angst

Am 12. September 2009 fand die Demo „Freiheit statt Angst“ in Berlin statt. Dort kam es zu einem unglücklichen Zwischenfall in dem die Polizei verwickelt war.

Zur Erklärung: Der Fahrradfahrer wollte einen der Polizisten anzeigen, da ein Freund von ihm bereits unsanft von der Polizei festgehalten wurde.

Zeugen melden sich bitte bei mail@ccc.de

 

Afghanistan – Die totale Friedensmission

Seit einigen Tagen überschlagen sich in den Medien die Berichte und der Bundeswehreinsatz in Afghanistan wurde mitten in den deutschen Wahlkampf katapultiert.
Was ist geschehen? Vor einigen Tagen befahl die Bundeswehr nahe Kundus einen Luftschlag gegen zwei, angeblich von Taliban entführte, Tanklaster. Dabei kamen offenbar auch Zivilisten ums Leben.
Nach diesem verheerenden Ereignis steht Afghanistan wieder im Fokus der deutschen Öffentlichkeit, und das völlig zurecht.
Werfen wir einen Blick in das Jahr 2001, dem Beginn des Krieges der Friedensmission in eben diesem Land. Am 11. September 2001 wurde die Welt geschockt: Der Terroranschlag in den USA auf das World Trade Center und das Pentagon erschütterte vor allem die westliche Hemisphäre. Die Schuldigen waren schnell gefunden, vor allem die Galionsfigur des Bösen, Osama Bin Laden, der sich laut George W. Bush in Afghanistan versteckt hält. Noch völlig überwältigt und vor Solidarität übermannt, schicken verschiedene Länder, wie auch Deutschland, ihre Truppen in den Kampf gegen die Taliban und in den Kampf gegen den Terror.
Das Ziel war klar: Die Taliban bekämpfen und vernichten, Osama Bin Laden finden, den Terror besiegen… Doch nichts davon ist eingetreten. Die Taliban kehrten zurück, Bin Laden wurde nicht gefunden und auch die naive Haltung, man könne Terror mit militärischen Hightech-Waffen schlagen, bröckelt. Man hat das Land ins Chaos gestürzt, zwar gibt es jetzt eine Demokratie, doch vor Ort müssen die Wähler Angst um ihre Gliedmaßen haben und es seien bereits in den ersten offiziellen Wahlen Fälschungen aufgetreten. Heute ist das Land von internationalen Truppenverbänden, unter anderem der Bundeswehr, besetzt, zivile Aufbau- und Bildungsprogramme werden kaum unterstützt. Es gibt nach wie vor keine eigenen schlagkräftigen Einsatztruppen geschweige denn Polizisten. Stattdessen werden vermeintliche Schlupflöcher der Taliban von NATO-Verbänden bombardiert, um dem internationalen Terrorismus den Gar auszumachen. Dabei tötet man Frauen und Kinder und deren Angehörigen geraten in die Spirale des Hasses.

 

Service-Wüsten – Monopole – Deutsche Bahn Teil 2

Ich berichtete gestern bereits über meine Erfahrung mit dem Online-Service der Deutschen Bahn. Nach etlichen Fehlschlägen entschied ich mich, meine Fahrkarte nach Köln bei einem Mitarbeiter der Deutschen Bahn an einem Fahrkartenschalter zu kaufen.
Dazu fuhr ich heute Mittag mit der Berliner S-Bahn zum S-Bahnhof Berlin-Lichtenberg. Bereits da fiel mir ein, dass in Berlin ein Großteil der S-Bahnen stillgelegt mit der Aufschrift „Werkstattzug“ auf den Gleisen stehen und die Bahnen nur noch alle 20-30 Minuten (normaler Weise alle 5 Minuten) unterwegs sind.
Angekommen am Zielbahnhof suchte ich den Weg zum Reisezentrum. Bereits aus einigem Metern Entfernung sah ich eine lange Warteschlange. In diesem Reisezentrum stehen vier Schalter zur Verfügung, davon waren aber nur zwei besetzt. Es ging nur langsam voran, einige Gestalten vor mir hatten sich entweder noch gar keine Gedanken zum Thema Bahnfahrt, geschweige denn Zielort oder Uhrzeit, gemacht. Nach dem ich mich bereits sehr schleppend voran arbeitete und die Warteschlange immer länger wurde, entschied sich der Mitarbeiter der Deutschen Bahn an Schalter Nr.1, den Schalter jetzt zu schließen. (Ist ja schließlich Mittagspause) Ein Mit-wartender gab dann den passenden Kommentar: „Kein Wunder, dass keiner mit der Deutschen Bahn fährt!“. Auch ich überlegte kurz, ob ich rufen solle: „Dann fahre ich eben mit Auto!“. Inzwischen fragte die Dame an Schalter Nr.2, ob wir alle Fernfahrten buchen wollen, alle nickten, es ließ sich also niemand an einen umständlichen Automaten zwingen. Nur leider hatte der Herr vor mir diesen Aufruf schamlos ignoriert und seine Regionalkarte nach Oranienburg ebenfalls an diesem Schalter gebucht.
Nach einiger Zeit war ich endlich an der Reihe. Gut, dass ich mich bereits über die Route informiert hatte (wir erinnern uns). So konnte ich dafür sorgen, dass die Dame am Schalter mir relativ schnell eine Verbindung heraussuchte. Leider ist mir dabei aber aufgefallen, dass der Preis an einem Schalter der Deutschen Bahn offensichtlich teurer als der Preis im Internet oder am Automaten ist, denn für meine Fahrt hin und zurück von Berlin nach Köln am nächsten Wochenende inkl. Sitzreservierung darf ich 146€ bezahlen.
Und zum Thema Online-Kundenkonto: Ich bekam heute morgen eine Email, dass mein Datensatz gelöscht werde, das wollte ich vorhin überprüfen, leider ist mein Kundenkonto noch immer aktiv.

 

Service-Wüsten – Monopole – Deutsche Bahn

Bereits seit einiger Zeit plane ich meine Anreise für die GamesCom 2009 in Köln vom 21.-23. August 2009. Ich habe mich entschieden mit der Deutschen Bahn zu fahren.
Bereits vor einigen Wochen recherchierte ich im Internet auf der Webseite der Deutschen Bahn nach einer möglichst günstigen Verbindung, sowohl Hin- als auch Rückfahrt.
Erster Versuch: Berlin Ostbahnhof – Köln Messe/Deutz. Hier fiel mir bereits auf, dass der Preis in der 1. Klasse dank Dauer-Spezial gut 50€ günstiger ist als in der 2. Klasse, denn hier war kein einziges „Sparangebot“ verfügbar.
Zweiter Versuch: Berlin Hauptbahnhof – Köln Hauptbahnhof. Da sahen die Möglichkeiten schon ganz anders aus. Dank diverser Angebote war hier bis vor einigen Wochen noch eine Verbindung von ca 100€ möglich. Ich wollte das Ticket allerdings nicht online buchen, da man sich dafür online anmelden müsse. Daher hatte ich vor, im Laufe der Woche zu einem Bahnhof zu fahren, um mir das nötige Ticket an einem Fahrkartenschalter zu holen. Nach dem ich das diese Woche nicht geschafft habe, zum
dritten Versuch: Nach wie vor Berlin Hauptbahnhof – Köln Hauptbahnhof. Heute musste ich feststellen, dass sich die Preise geändert haben. Plötzlich ist das billigste Angebot 130€. Wie das sein kann? Man muss bei der Bahn eben ins Klein-gedruckte schauen: „begrenztes Fahrkartenkontigent“. Das bedeutet wohl, dass die billigeren Tickets schon ausverkauft sind. Aber es sind doch noch Plätze frei? Nur eben teurer. Komisch, werden die billigeren Passagiere auf dem Viehwagon transportiert? Oder wie kommt es dazu, dass evtl. mein Sitznachbar gut 30€ weniger bezahlt hat als ich, obwohl wir ein und den selben Service nutzen? Das ist eine sehr unübersichtliche und komische Preispolitik.
Nachdem ich das sah, wollte ich meine Fahrkarte doch schnell online buchen. Doch das erwies sich als fataler Fehlschlag, vor allem für meinen Blutdruck. Zunächst suchte ich die nötige Verbindung heraus, dazu Hin- und Rückfahrt, danach alle möglichen Sparangebote anklicken und Sitzreservierungen sichern, ein Klick auf Weiter. Hier kam der Hinweis, dass man ohne Anmeldung nur per Kreditkarte bezahlen kann, bei Lastschrift müsse man sich anmelden. Da ich keine Kreditkarte besitze, habe ich mich für das Lastschriftverfahren nach Anmeldung entschieden. Nun braucht man plötzlich eine BahnCard oder nimmt per Unterschrift am Lastschriftverfahren teil. Aber das würde mir nun alles doch zu lange dauern, da ich dann die Karten erst nach dem Wochenende buchen könnte und möglicher Weise plötzlich 150-200€ bezahlen müsste (wir erinnern uns: für den selben Service, wie vor einer Woche mit 100€). Daher werde ich die Karten morgen doch an einem Fahrkartenschalter kaufen.
Aber nun würde ich gern mein neu-erstelltes Kundenkonto der Bahn löschen, doch auch da gibt es wieder Probleme: Das Passwort stimmt angeblich nicht, aber ich bin mir sicher, dass es stimmt. Das Kapitel bleibt, nach einer Email an die Online-Service, also noch offen…

 

Die Krankenfabrik – Aus der Sicht eines Patienten

Leider wurde ich auf Wunsch meines Hausarztes am Donnerstag-Abend in ein Krankenhaus eingeliefert.
Die Einweisung, auf der das Feld „Notfall“ angekreuzt war, gab ich gegen 19:30 Uhr in der Notaufnahme des Krankenhauses in Berlin-Treptow ab. Gegen 22:00 Uhr wurde ich endlich aufgerufen und wurde von der Dienst-habenden Schwester befragt. Mir wurde außerdem Blut abgenommen. Nun durfte ich wieder warten. Die erste Ärztin bekam ich dann gegen 23:00 Uhr zu sehen. Also zwischen Einlieferung und erster „Behandlung“ lagen fast 4 Stunden!
Die Ärztin überredete mich, in stationäre Behandlung zu gehen, damit man eine sadistische Untersuchung durchführen könne. Bereits hier bat ich darum, dass ich so schnell wie möglich wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden möchte, da ich ganz genau weiß, wie man am Wochenende behandelt wird, nämlich gar nicht.
Nun wurde ich auf mein Zimmer in Station 25 gebracht, ein Doppelzimmer, dass ich ausnahmsweise für mich alleine hatte. Jetzt durfte ich noch schnell etwas essen, denn für die anstehende Untersuchung am nächsten Morgen musste ich nüchtern sein.
Am nächsten Morgen war es tatsächlich soweit, ich wurde schnell und unkompliziert zur Untersuchung gebracht. Einige Stunden später wachte ich aus der Narkose wieder auf und wartete auf einen Arzt. Nun bekam ich von einem Pfleger die Info, die Visite sei schon durch, toll, ich habe sie nur im Delirium mitbekommen! Ich habe MEHRFACH darum gebeten, dass sich doch bitte noch einmal ein Arzt bei mir vorstellt. An diesem Tag habe ich keinen Arzt mehr zu Gesicht bekommen!
Übrigens: Die Nadel, die ich seit dem Morgen im Arm hatte, wurde mir am späten Abend nach mehrfachem Bitten und Flehen endlich entfernt. Mittlerweile hatte ich auch einen Zimmerkameraden, der war aber sehr ruhig, das war mir nur zu recht, denn von früheren Aufenthalten weiß ich, wie anstrengend meist ältere Männer mit einem unaufhörlichen Drang zu reden sein können:
Bei meinem allerersten Krankenhausaufenthalt wurde ich nachts von meinem Mitpatienten angeschnauzt, dass ich die Klotür nicht so knallen soll, das war allerdings mein geringstes Problem, denn ich lief permanent mit Tropf herum, musste ständig auf Toilette und hatte unentwegt Bauchschmerzen. Seine Familie war aber offenbar auch nicht gerade von Intelligenz geprägt, denn sie gingen doch nur zu gerne auf das PATIENTEN-WC.
Der nächste Zimmerkollege war ein alter Mann, der dazu neigte, die Schwestern ständig zu nerven und sein Spätstück für Diabetiker sofort nach Erhalt zu verputzen (so ist das eigentlich nicht gedacht).
Der anstrengendste Mitbewohner war aber ein Mann, der mir immer und immer wieder von seiner Vergangenheit als selbstständiger Irgendwas in der DDR erzählte. Er lief mit bayrischen Seppelhosen herum und wollte dann auch noch ernst genommen werden. Außerdem hatte er eine Vorliebe dafür, sich seine Insulindosis am Abend gleich doppelt zu spritzen (kurzzeitiger Gedächtnisverlust) um dann mitten in der Nacht bei voller Beleuchtung laute krachende Kekse zu verputzen.
Zurück zu meinem aktuellen Aufenthalt:
Am Samstag morgen wartete ich bereits sehnsüchtig auf das Frühstück, nach über 12 Stunden darf man schon ein Hungergefühl verspüren. Als nächstes las ich mein Buch weiter, 1984 von George Orwell, nach ein paar Stunden kam endlich die Ärztin. Da Samstag war, war sie für alle 5 Stationen gleichzeitig zuständig, dass dort kaum Zeit für mich, den Patienten, blieb, dürfte damit klar sein. Als ich nachfragte, wann ich entlassen werde, sagte sie nur, dass sei nicht vorgesehen solange keine Verbesserung auftrete, nun war das Maß voll. „Verbesserung?! Wovon?! Alles was Sie bisher gemacht haben, ist mir in den Bauch geguckt zu haben!!“ Es wurde also nichts an meiner Medikation geändert, ich wurde bisher (nach über 2 Tagen) noch nicht einmal richtig behandelt und nun soll aus heiterem Himmel eine Verbesserung eintreten?! Ich bat nur noch darum, entlassen zu werden und entließ mich somit auf eigenen Wunsch, mit Unterschrift für die Bürokratie unter einem Protokoll.
An dieser Stelle gebe ich aber nicht den Ärzten oder Schwestern die Schuld an der ewig hingezogenen Behandlung ohne Resultate und ohne Fortschritte. Viel mehr frage ich mich, warum ein einziger Arzt für eine ganze Station zuständig ist und gleichzeitig seinen Fachbereich im gesamten Krankenhaus inkl. Notaufnahme abdecken muss. Wie soll da Zeit für die Patienten bleiben? Wie soll man da anständig und schnell behandelt werden? Und warum finden so wenige Absprachen zwischen den Schwestern und Ärzten statt? Warum muss alles ganz bürokratisch in den Computersystemen zeit-verschlingend eingebracht werden? Und warum muss ich jetzt 30 Euro bezahlen? – Bei diesem Gesundheitssystem braucht man sich nicht mehr zu fragen, warum die gesamte Ärzteschaft unzufrieden ist…

 

Wir sind Gamer

Heute fanden bundesweite Demonstrationen (in Berlin, Karlsruhe und Köln) unter dem Motto Wir sind Gamer statt. Ich war in Berlin unter ca 300 bis 400 Teilnehmern dabei. Die Route führte uns vom Brandenburger Tor bis zum Alexanderplatz, an dem eine Kundgebung mit einigen politischen Sprechern (u.a. Piraten, Grüne, Junge Liberale, Jusos) stattfand, dort wurde auch Killerschach gespielt.

Worum ging es bei den Demonstrationen?
In letzter Zeit werden immer wieder Stimmen in der Politik laut, die ein verbot sog. „Killerspiele“ verlangen. Vor allem nach einem weiteren verheerenden Amoklauf eines Schülers in Winnenden dieses Jahr.

Was sind „Killerspiele“?
Eine genaue Definition gibt es für diesen sehr eigenartigen Begriff nicht. Offenbar vertreten unsere Volksvertreter aber die Meinung, dass alle Spiele, die in irgendeiner Form das Töten von Menschen beinhalten als solche Spiele dargestellt werden müssen. Das sind vor allem sog. Ego-Shooter.

Was ist so schlimm an solchen Spielen?
Nichts! Diese Spiele sind für Spieler nicht mehr als ein Hobby, ein Zeitvertreib, ein Spaß, eine Form der Erholung. Doch offenbar gibt es Menschen, die der Meinung sind, dass man mit solchen Spielen die Hemmschwelle senkt und „Killer“ züchtet. Das soll eine äußerst fragwürdige Studie von Christian Pfeiffer belegen. Doch wenn dies wahr wäre, dann würden da draußen mindestens 80% der Jugendlichen (meine Schätzung) als potentielle Killer herumlaufen, demnach müssten im Schnitt wesentlich mehr Amokläufe in Deutschland stattfinden.

Was sind Computerspiele wirklich?
Computerspiele sind Spiele! Es sind aber eben moderne, realistischere Spiele, vergleichbar mit Schach, Räuber und Gendarm, Mensch ärgere dich nicht… die Absurdität eines entsprechendes Verbotes wurde auf der Demo in Berlin übrigens mit Killerschach dargestellt.
Von ihnen geht keinerlei Gefahr aus, denn jeder gesunde Mensch weiß genau, wann etwas real und wann etwas irreal ist. Das lernen bereits kleine Kinder anhand der Reaktionen der Eltern auf beispielsweise reale Nachrichten oder fiktive Filme und Geschichten.
Davon abgesehen sind besonders „brutale“ Spiele in Deutschland dank dem strengsten Jugendschutz der Welt erst ab einem Alter von 18 Jahren freigegeben und gehören somit nicht in Kindeshand. Also warum will der Staat erwachsenen Menschen das Spielen verbieten? Sollen wir uns mehr für den Staat knechten, damit er uns weiter das Geld aus der Tasche zieht, um marode Banken zu retten und fragwürdige Konjunkturpakete zu verteilen? Sollen wir unsere Freizeit aufgeben? Sollen wir gar unsere Freiheit aufgeben? Sollen wir unsere Hobbys aufgeben? …

Aber was führt dann zu den Amokläufen?
Diese Frage können eigentlich nur ausgebildete Psychologen beantworten, doch scheinbar hat jeder Politiker ein Gen in sich, mit dem es ihm innerhalb kürzester Zeit gelingt, DEN Übeltäter auszumachen: Die Computerspiele.
Dabei spielen viel mehr Faktoren eine Rolle, ich wette, jeder der Amokläufer in der Vergangenheit, wäre auch ohne solche Spiele durchgedreht, da ihnen einfach nicht geholfen wurde:
Es gab/gibt keine oder zu wenig Schulpsychologen. (1 Schulpsychologe auf 6000 Schüler)
Die Noten in der Schule waren schlecht.
Die Eltern haben sich offenbar nicht zu Genüge gekümmert.

Die Amokläufer kamen an Waffen heran (Schützenvereine mit Minderjährigen oder Eltern mit ungesichertem Waffenarsenal)
und sie haben ganz nebenbei eine Version von Counter Strike im Regal stehen…
…das wird immer als erstes nach einer solchen Tat von der Polizei festgestellt: ACHTUNG ACHTUNG! Alle beiseite treten, wir bringen jetzt das gefährliche Spiel heraus…

Aber wenn es so viele Gründe gibt, warum ausgerechnet auf den Spielen herum hacken?
Es gibt leider keine Lobby für Computerspieler, aber es gibt eine Lobby für Waffen und Schützenvereine. Dadurch rücken Politiker nach einer kurzen Waffengesetzesdiskussion schnell wieder von dem Thema ab. Und mehr Schulpsychologen? Das kostet ja Geld, willkürliche Verbote dagegen nicht.

zu den Fotos

„Wir sind Gamer, keine Amokläufer“

 

Medien – Ausgewählte Berichterstattung

Seit einiger Zeit beobachte ich mit großer Sorge unsere Medien, insbesondere TV und Zeitung. Mittlerweile gewinnt man den Eindruck, dass die Medien nur über Dinge berichten, die auch erwünscht sind. Regierungskritische Berichterstattung gibt es schon lange nicht mehr, nur noch politische Sündenböcke, die von den Medien in der Luft zerrissen werden, sobald sie sich aus der Masse mit kritischen Äußerungen hervorheben. Die Öffentlichkeit gewinnt den Eindruck: Ja, die Medien sind nach wie vor kritisch und unabhängig.

Zum ersten Mal dachte ich kritisch über die Medien nach der Demonstration „Löschen statt Sperren“ am 20. Juni 2009 nach. Ich wartete abends gespannt auf erste Berichte in der Abendschau im RBB und in der Tagesschau, außerdem auch in den Tagesthemen und natürlich auch auf den „privaten“ Sendern… Es fiel nicht ein einziges Wort über die Demos in ganz Deutschland! Nur eine kurze Meldung, verlesen von den jeweiligen Moderatoren ohne Videobeitrag, „Jörg Tauss ist aus der SPD ausgetreten“. Dabei fehlte allerdings die Ergänzung, dass er nun zu der Piratenpartei wechselt. Denn diese Partei scheint in den Medien ein Tabuthema zu sein. Aber was dagegen natürlich erwähnt werden musste, „Jörg Tauss, , gegen den Ermittlungen wegen Besitz von Kinderpornographie laufen“. Hier haben wir auch wieder eines dieser politischen Sündenböcke, der „böse“ Herr Tauss. Das aber seine vermeintliche Straftat auch von einer gewissen Familienministerin begangen wurde, wird dabei völlig ignoriert, weggelassen, verschleiert.
Nun möchte ich hier nicht der Verleumdung bezichtigt werden, daher ein kleiner Einblick in die Situation unserer Familienministerin. Frau von der Leyen, so ihr Name, erzählt gerne von der Kinderpornographie und wie absolut unmenschlich und abartig sie ist (damit hat sie bis hier auch völlig recht), aber um den Zuhörern bzw. Zuschauern das zu verdeutlichen, zeigt sie hin und wieder kinderpornographisches Material… das ist eindeutiger Besitz von Kinderpornographie, aber hat das schon jemand in unseren Medien gehört?
Aktuellstes Beispiel aus der Welt der Medien und ihrer Verschwiegenheit: Wieder einmal unsere Ursula von der Leyen. Sie behauptet, dass es in Indien keine Gesetze gegen Kinderpornographie gäbe und begründet damit, dass es daher auf nationaler Ebene nötig sei, Internetseiten zu sperren, da ein Löschen, was wesentlich effektiver wäre, gar nicht möglich sein kann, wenn ein solches „böses“ Land keine Gesetze dagegen habe. Natürlich hat Frau von der Leyen hier gewaltig in die Sch**** gegriffen, denn sie hat schlichtweg gelogen, aus Unwissenheit oder Bosheit sei dahingestellt, aber auch darüber fällt kein Wort in den Medien, dabei würden sie jeden anderen Politiker bei solchen Lügen doch gleich auseinander nehmen, aber offenbar steht Ursula unter „medialer Immunität“.
Worüber berichten Medien denn stattdessen? Nicht etwa, dass unsere Grundrechte „für die Sicherheit“ immer weiter eingeschränkt werden oder dass wir permanent überwacht werden sollen, nein, denn es gibt offenbar wesentlich wichtigere Themen, die ganze Sondersendungen füllen, sogar Videobeiträge wert sind und auf Zeitungen die größten Schlagzeilen erhaschen: Knut der Eisbär, Wir sind Papst, an der I.S.S. Ist eine Schraube locker, Michael Jackson ist immer noch tot…
Aber wie kommt das eigentlich? Die öffentlichen Sender kassieren ihr Geld von? Na? Genau, von der GEZ, einer staatlichen Behörde. Dass dort gewisse Verpflichtungen und Verflechtungen mit der Politik und Regierung vorliegen, erscheint daher logisch.
Kommen wir zu den „privaten“ Sendeanstalten und Boulevardblättern: Ich nenne hier als Beispiel gerne den Axel Springer Konzern. Unter seinen Fittichen liegt nicht nur die BILD Zeitung, sondern auch einige TV-Sender, außerdem wollte man die Pro7Sat1 Media AG übernehmen. Das ist einem medialen Kartell sehr nahe. Aber nicht nur das, denn der stellvertretende Chefredakteur der BILD ist mit einer hochrangigen CDU-Politikerin im Bundestag, Frau Krogman, verheiratet. Frau Krogman ist übrigens eine der Initiatoren der kommenden Internetzensur in Deutschland, daher liegt die Antwort auf die Frage, warum keine kritische Berichterstattung zu diesem Thema in den Medien erschien, auf der Hand.

Im Laufe des Schreibens dieses Blogs wurde mir eines klar: Kein Wunder, dass man das Internet zensieren möchte, denn nur so kann man die mediale Kontrolle behalten, denn die Weiten des Internets sind sonst nicht beherrschbar, da jeder über jeden und mit jeden Inhalte veröffentlichen kann, es weitererzählt bzw. „weiterzwitschert“ und Blogs das Internet mit kritischen Aussagen füllen. Anstatt an der Ursache anzusetzen, setzt man offenbar lieber auf Verschleierung und Zensur.