Kategorien-Archiv: Allgemein

 

Nominiert als weltbester Blogartikel aller Zeiten

Im Meinungsblog findet derzeit ein Wettbewerb zum weltbesten Blogartikel aller Zeiten statt. Dort kann man einen eigenen Blog + mindestens zwei weitere fremde Blogs nominieren. Und das funktioniert so:

  • Schreibe in deinem eigenen Blog einen Artikel, am besten mit der gleichen Überschrift.
  • Verlinke diesen Artikel hier, damit auch jeder deinen Beitrag findet.
  • Stelle deinen eigenen weltbesten Blogartikel aller Zeiten vor. Der muss einfach der Hammer sein, denn damit kannst du bei den Lesern dann direkt richtig punkten.
  • Stelle mindestens zwei fremde Artikel vor die das Prädikat weltbester Blogartikel verdient haben. Das können Artikel sein die andere hier per Trackback vorgestellt haben, aber auch gänzlich andere Artikel die dich beeindruckt, dich motiviert oder dir geholfen haben.

Und nun zu meinen Nominierungen:

 

Warum ich die Piraten wähle

Ich wähle PiratenSeit ich mich mit der Piratenpartei auseinandersetze und deren Programm verinnerlicht habe, bin ich mir sicher, dass ich mein Kreuz am 27. September bei der Piratenpartei machen werde.
Leider musste ich bislang von Freunden und Bekannten auch unerfreuliche Sätze zu diesem Thema hören, die ich immer wieder versuche zu widerlegen:
Die Piratenpartei sei eine „Ein-Thema-Partei“, das Parteiprogramm sei sehr schmal, eine Stimme für die Piraten sei eine verlorene Stimme, die Piraten schaffen es eh nicht über die 5%-Hürde, man erwarte nichts von dieser Partei, es werde die Partei ohnehin nicht lange existieren…
Doch ich werde der Piratenpartei dennoch meine Stimme geben, denn diese Argumente haben für mich keinen Wert.
Das Parteiprogramm pocht vor allem auf unsere Bürgerrechte und darauf baut die gesamte deutsche Gesetzgebung auf. Außerdem wird jeder weitere Programmpunkt sehr sorgfältig ausgearbeitet und diskutiert, bevor er im Parteiprogramm aufgenommen wird. Aktuell sind dies vor allem Energie- und Umwelt-, sowie Bildungspolitik. Es gibt also keine Schnellschüsse oder ein Abschreiben fremder Programme, wie man es bei anderen Parteien häufig vorfindet.
Ich verstehe auch das Argument der „verlorenen Stimme“ nicht. Da gibt es zwar eine Hürde bei 5%, aber wenn genügend Leute ihr Kreuz bei einer kleinen Partei machen, dann kann auch sie es darüber schaffen und das ist nicht nur eine „Protestwahl“, sondern gibt wertvolle Stimmen im Bundestag. Ob die 5% zu schaffen sind, ist derzeit zwar fraglich, aber es gibt Hoffnung: Unzählige Wahlumfragen schwanken derzeit zwischen 2 und 11% für die Piraten (wobei ich zweistellige Werte für unrealistisch halte). Aber auch wenn es die Piraten nicht über die 5% schaffen, spült jeder Prozentpunkt etwas Geld in die Parteikasse und hilft somit der Partei zu wachsen und sich zu etablieren.
Von diesen Punkten abgesehen, gibt es offenbar auch Leute, die das Prinzip der Demokratie nicht begriffen haben und der Meinung zu sein scheinen, neue Parteien hätten keine Chance. Dabei haben die letzten Jahrzehnte in der Bundesrepublik das Gegenteil bewiesen: Es gab Zeiten in denen die CDU allein regierte, dann gab es Zeiten von Rot-Gelb und Schwarz-Gelb. Später gab es da noch die Grünen und eine Partei mit dem Namen DIE LINKE. Einst bildeten die Grünen das Zünglein an der Waage, später dann DIE LINKE, die bei der letzten Wahl ein Rot-Grün und Schwarz-Gelb durch ihren eigenen Einzug in den Bundestag verhinderte. Es ist also tendenziell zu beobachten, dass es immer mehr kleine Parteien im Bundestag gibt, mittlerweile sind wir in einem 5-Parteien-System angekommen und hoffentlich bald in einem 6-Parteien-System mit Hilfe der Piraten.

Wählst du Piraten? Warum bzw. warum nicht? Ich freue mich über jeden Kommentar ;-)

 

Ich bin Pirat

Ich bin Pirat

 

Service-Wüsten – Monopole – Deutsche Bahn Teil 2

Ich berichtete gestern bereits über meine Erfahrung mit dem Online-Service der Deutschen Bahn. Nach etlichen Fehlschlägen entschied ich mich, meine Fahrkarte nach Köln bei einem Mitarbeiter der Deutschen Bahn an einem Fahrkartenschalter zu kaufen.
Dazu fuhr ich heute Mittag mit der Berliner S-Bahn zum S-Bahnhof Berlin-Lichtenberg. Bereits da fiel mir ein, dass in Berlin ein Großteil der S-Bahnen stillgelegt mit der Aufschrift „Werkstattzug“ auf den Gleisen stehen und die Bahnen nur noch alle 20-30 Minuten (normaler Weise alle 5 Minuten) unterwegs sind.
Angekommen am Zielbahnhof suchte ich den Weg zum Reisezentrum. Bereits aus einigem Metern Entfernung sah ich eine lange Warteschlange. In diesem Reisezentrum stehen vier Schalter zur Verfügung, davon waren aber nur zwei besetzt. Es ging nur langsam voran, einige Gestalten vor mir hatten sich entweder noch gar keine Gedanken zum Thema Bahnfahrt, geschweige denn Zielort oder Uhrzeit, gemacht. Nach dem ich mich bereits sehr schleppend voran arbeitete und die Warteschlange immer länger wurde, entschied sich der Mitarbeiter der Deutschen Bahn an Schalter Nr.1, den Schalter jetzt zu schließen. (Ist ja schließlich Mittagspause) Ein Mit-wartender gab dann den passenden Kommentar: „Kein Wunder, dass keiner mit der Deutschen Bahn fährt!“. Auch ich überlegte kurz, ob ich rufen solle: „Dann fahre ich eben mit Auto!“. Inzwischen fragte die Dame an Schalter Nr.2, ob wir alle Fernfahrten buchen wollen, alle nickten, es ließ sich also niemand an einen umständlichen Automaten zwingen. Nur leider hatte der Herr vor mir diesen Aufruf schamlos ignoriert und seine Regionalkarte nach Oranienburg ebenfalls an diesem Schalter gebucht.
Nach einiger Zeit war ich endlich an der Reihe. Gut, dass ich mich bereits über die Route informiert hatte (wir erinnern uns). So konnte ich dafür sorgen, dass die Dame am Schalter mir relativ schnell eine Verbindung heraussuchte. Leider ist mir dabei aber aufgefallen, dass der Preis an einem Schalter der Deutschen Bahn offensichtlich teurer als der Preis im Internet oder am Automaten ist, denn für meine Fahrt hin und zurück von Berlin nach Köln am nächsten Wochenende inkl. Sitzreservierung darf ich 146€ bezahlen.
Und zum Thema Online-Kundenkonto: Ich bekam heute morgen eine Email, dass mein Datensatz gelöscht werde, das wollte ich vorhin überprüfen, leider ist mein Kundenkonto noch immer aktiv.

 

Service-Wüsten – Monopole – Deutsche Bahn

Bereits seit einiger Zeit plane ich meine Anreise für die GamesCom 2009 in Köln vom 21.-23. August 2009. Ich habe mich entschieden mit der Deutschen Bahn zu fahren.
Bereits vor einigen Wochen recherchierte ich im Internet auf der Webseite der Deutschen Bahn nach einer möglichst günstigen Verbindung, sowohl Hin- als auch Rückfahrt.
Erster Versuch: Berlin Ostbahnhof – Köln Messe/Deutz. Hier fiel mir bereits auf, dass der Preis in der 1. Klasse dank Dauer-Spezial gut 50€ günstiger ist als in der 2. Klasse, denn hier war kein einziges „Sparangebot“ verfügbar.
Zweiter Versuch: Berlin Hauptbahnhof – Köln Hauptbahnhof. Da sahen die Möglichkeiten schon ganz anders aus. Dank diverser Angebote war hier bis vor einigen Wochen noch eine Verbindung von ca 100€ möglich. Ich wollte das Ticket allerdings nicht online buchen, da man sich dafür online anmelden müsse. Daher hatte ich vor, im Laufe der Woche zu einem Bahnhof zu fahren, um mir das nötige Ticket an einem Fahrkartenschalter zu holen. Nach dem ich das diese Woche nicht geschafft habe, zum
dritten Versuch: Nach wie vor Berlin Hauptbahnhof – Köln Hauptbahnhof. Heute musste ich feststellen, dass sich die Preise geändert haben. Plötzlich ist das billigste Angebot 130€. Wie das sein kann? Man muss bei der Bahn eben ins Klein-gedruckte schauen: „begrenztes Fahrkartenkontigent“. Das bedeutet wohl, dass die billigeren Tickets schon ausverkauft sind. Aber es sind doch noch Plätze frei? Nur eben teurer. Komisch, werden die billigeren Passagiere auf dem Viehwagon transportiert? Oder wie kommt es dazu, dass evtl. mein Sitznachbar gut 30€ weniger bezahlt hat als ich, obwohl wir ein und den selben Service nutzen? Das ist eine sehr unübersichtliche und komische Preispolitik.
Nachdem ich das sah, wollte ich meine Fahrkarte doch schnell online buchen. Doch das erwies sich als fataler Fehlschlag, vor allem für meinen Blutdruck. Zunächst suchte ich die nötige Verbindung heraus, dazu Hin- und Rückfahrt, danach alle möglichen Sparangebote anklicken und Sitzreservierungen sichern, ein Klick auf Weiter. Hier kam der Hinweis, dass man ohne Anmeldung nur per Kreditkarte bezahlen kann, bei Lastschrift müsse man sich anmelden. Da ich keine Kreditkarte besitze, habe ich mich für das Lastschriftverfahren nach Anmeldung entschieden. Nun braucht man plötzlich eine BahnCard oder nimmt per Unterschrift am Lastschriftverfahren teil. Aber das würde mir nun alles doch zu lange dauern, da ich dann die Karten erst nach dem Wochenende buchen könnte und möglicher Weise plötzlich 150-200€ bezahlen müsste (wir erinnern uns: für den selben Service, wie vor einer Woche mit 100€). Daher werde ich die Karten morgen doch an einem Fahrkartenschalter kaufen.
Aber nun würde ich gern mein neu-erstelltes Kundenkonto der Bahn löschen, doch auch da gibt es wieder Probleme: Das Passwort stimmt angeblich nicht, aber ich bin mir sicher, dass es stimmt. Das Kapitel bleibt, nach einer Email an die Online-Service, also noch offen…

 

Die Krankenfabrik – Aus der Sicht eines Patienten

Leider wurde ich auf Wunsch meines Hausarztes am Donnerstag-Abend in ein Krankenhaus eingeliefert.
Die Einweisung, auf der das Feld „Notfall“ angekreuzt war, gab ich gegen 19:30 Uhr in der Notaufnahme des Krankenhauses in Berlin-Treptow ab. Gegen 22:00 Uhr wurde ich endlich aufgerufen und wurde von der Dienst-habenden Schwester befragt. Mir wurde außerdem Blut abgenommen. Nun durfte ich wieder warten. Die erste Ärztin bekam ich dann gegen 23:00 Uhr zu sehen. Also zwischen Einlieferung und erster „Behandlung“ lagen fast 4 Stunden!
Die Ärztin überredete mich, in stationäre Behandlung zu gehen, damit man eine sadistische Untersuchung durchführen könne. Bereits hier bat ich darum, dass ich so schnell wie möglich wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden möchte, da ich ganz genau weiß, wie man am Wochenende behandelt wird, nämlich gar nicht.
Nun wurde ich auf mein Zimmer in Station 25 gebracht, ein Doppelzimmer, dass ich ausnahmsweise für mich alleine hatte. Jetzt durfte ich noch schnell etwas essen, denn für die anstehende Untersuchung am nächsten Morgen musste ich nüchtern sein.
Am nächsten Morgen war es tatsächlich soweit, ich wurde schnell und unkompliziert zur Untersuchung gebracht. Einige Stunden später wachte ich aus der Narkose wieder auf und wartete auf einen Arzt. Nun bekam ich von einem Pfleger die Info, die Visite sei schon durch, toll, ich habe sie nur im Delirium mitbekommen! Ich habe MEHRFACH darum gebeten, dass sich doch bitte noch einmal ein Arzt bei mir vorstellt. An diesem Tag habe ich keinen Arzt mehr zu Gesicht bekommen!
Übrigens: Die Nadel, die ich seit dem Morgen im Arm hatte, wurde mir am späten Abend nach mehrfachem Bitten und Flehen endlich entfernt. Mittlerweile hatte ich auch einen Zimmerkameraden, der war aber sehr ruhig, das war mir nur zu recht, denn von früheren Aufenthalten weiß ich, wie anstrengend meist ältere Männer mit einem unaufhörlichen Drang zu reden sein können:
Bei meinem allerersten Krankenhausaufenthalt wurde ich nachts von meinem Mitpatienten angeschnauzt, dass ich die Klotür nicht so knallen soll, das war allerdings mein geringstes Problem, denn ich lief permanent mit Tropf herum, musste ständig auf Toilette und hatte unentwegt Bauchschmerzen. Seine Familie war aber offenbar auch nicht gerade von Intelligenz geprägt, denn sie gingen doch nur zu gerne auf das PATIENTEN-WC.
Der nächste Zimmerkollege war ein alter Mann, der dazu neigte, die Schwestern ständig zu nerven und sein Spätstück für Diabetiker sofort nach Erhalt zu verputzen (so ist das eigentlich nicht gedacht).
Der anstrengendste Mitbewohner war aber ein Mann, der mir immer und immer wieder von seiner Vergangenheit als selbstständiger Irgendwas in der DDR erzählte. Er lief mit bayrischen Seppelhosen herum und wollte dann auch noch ernst genommen werden. Außerdem hatte er eine Vorliebe dafür, sich seine Insulindosis am Abend gleich doppelt zu spritzen (kurzzeitiger Gedächtnisverlust) um dann mitten in der Nacht bei voller Beleuchtung laute krachende Kekse zu verputzen.
Zurück zu meinem aktuellen Aufenthalt:
Am Samstag morgen wartete ich bereits sehnsüchtig auf das Frühstück, nach über 12 Stunden darf man schon ein Hungergefühl verspüren. Als nächstes las ich mein Buch weiter, 1984 von George Orwell, nach ein paar Stunden kam endlich die Ärztin. Da Samstag war, war sie für alle 5 Stationen gleichzeitig zuständig, dass dort kaum Zeit für mich, den Patienten, blieb, dürfte damit klar sein. Als ich nachfragte, wann ich entlassen werde, sagte sie nur, dass sei nicht vorgesehen solange keine Verbesserung auftrete, nun war das Maß voll. „Verbesserung?! Wovon?! Alles was Sie bisher gemacht haben, ist mir in den Bauch geguckt zu haben!!“ Es wurde also nichts an meiner Medikation geändert, ich wurde bisher (nach über 2 Tagen) noch nicht einmal richtig behandelt und nun soll aus heiterem Himmel eine Verbesserung eintreten?! Ich bat nur noch darum, entlassen zu werden und entließ mich somit auf eigenen Wunsch, mit Unterschrift für die Bürokratie unter einem Protokoll.
An dieser Stelle gebe ich aber nicht den Ärzten oder Schwestern die Schuld an der ewig hingezogenen Behandlung ohne Resultate und ohne Fortschritte. Viel mehr frage ich mich, warum ein einziger Arzt für eine ganze Station zuständig ist und gleichzeitig seinen Fachbereich im gesamten Krankenhaus inkl. Notaufnahme abdecken muss. Wie soll da Zeit für die Patienten bleiben? Wie soll man da anständig und schnell behandelt werden? Und warum finden so wenige Absprachen zwischen den Schwestern und Ärzten statt? Warum muss alles ganz bürokratisch in den Computersystemen zeit-verschlingend eingebracht werden? Und warum muss ich jetzt 30 Euro bezahlen? – Bei diesem Gesundheitssystem braucht man sich nicht mehr zu fragen, warum die gesamte Ärzteschaft unzufrieden ist…

 

Wir sind Gamer

Heute fanden bundesweite Demonstrationen (in Berlin, Karlsruhe und Köln) unter dem Motto Wir sind Gamer statt. Ich war in Berlin unter ca 300 bis 400 Teilnehmern dabei. Die Route führte uns vom Brandenburger Tor bis zum Alexanderplatz, an dem eine Kundgebung mit einigen politischen Sprechern (u.a. Piraten, Grüne, Junge Liberale, Jusos) stattfand, dort wurde auch Killerschach gespielt.

Worum ging es bei den Demonstrationen?
In letzter Zeit werden immer wieder Stimmen in der Politik laut, die ein verbot sog. „Killerspiele“ verlangen. Vor allem nach einem weiteren verheerenden Amoklauf eines Schülers in Winnenden dieses Jahr.

Was sind „Killerspiele“?
Eine genaue Definition gibt es für diesen sehr eigenartigen Begriff nicht. Offenbar vertreten unsere Volksvertreter aber die Meinung, dass alle Spiele, die in irgendeiner Form das Töten von Menschen beinhalten als solche Spiele dargestellt werden müssen. Das sind vor allem sog. Ego-Shooter.

Was ist so schlimm an solchen Spielen?
Nichts! Diese Spiele sind für Spieler nicht mehr als ein Hobby, ein Zeitvertreib, ein Spaß, eine Form der Erholung. Doch offenbar gibt es Menschen, die der Meinung sind, dass man mit solchen Spielen die Hemmschwelle senkt und „Killer“ züchtet. Das soll eine äußerst fragwürdige Studie von Christian Pfeiffer belegen. Doch wenn dies wahr wäre, dann würden da draußen mindestens 80% der Jugendlichen (meine Schätzung) als potentielle Killer herumlaufen, demnach müssten im Schnitt wesentlich mehr Amokläufe in Deutschland stattfinden.

Was sind Computerspiele wirklich?
Computerspiele sind Spiele! Es sind aber eben moderne, realistischere Spiele, vergleichbar mit Schach, Räuber und Gendarm, Mensch ärgere dich nicht… die Absurdität eines entsprechendes Verbotes wurde auf der Demo in Berlin übrigens mit Killerschach dargestellt.
Von ihnen geht keinerlei Gefahr aus, denn jeder gesunde Mensch weiß genau, wann etwas real und wann etwas irreal ist. Das lernen bereits kleine Kinder anhand der Reaktionen der Eltern auf beispielsweise reale Nachrichten oder fiktive Filme und Geschichten.
Davon abgesehen sind besonders „brutale“ Spiele in Deutschland dank dem strengsten Jugendschutz der Welt erst ab einem Alter von 18 Jahren freigegeben und gehören somit nicht in Kindeshand. Also warum will der Staat erwachsenen Menschen das Spielen verbieten? Sollen wir uns mehr für den Staat knechten, damit er uns weiter das Geld aus der Tasche zieht, um marode Banken zu retten und fragwürdige Konjunkturpakete zu verteilen? Sollen wir unsere Freizeit aufgeben? Sollen wir gar unsere Freiheit aufgeben? Sollen wir unsere Hobbys aufgeben? …

Aber was führt dann zu den Amokläufen?
Diese Frage können eigentlich nur ausgebildete Psychologen beantworten, doch scheinbar hat jeder Politiker ein Gen in sich, mit dem es ihm innerhalb kürzester Zeit gelingt, DEN Übeltäter auszumachen: Die Computerspiele.
Dabei spielen viel mehr Faktoren eine Rolle, ich wette, jeder der Amokläufer in der Vergangenheit, wäre auch ohne solche Spiele durchgedreht, da ihnen einfach nicht geholfen wurde:
Es gab/gibt keine oder zu wenig Schulpsychologen. (1 Schulpsychologe auf 6000 Schüler)
Die Noten in der Schule waren schlecht.
Die Eltern haben sich offenbar nicht zu Genüge gekümmert.

Die Amokläufer kamen an Waffen heran (Schützenvereine mit Minderjährigen oder Eltern mit ungesichertem Waffenarsenal)
und sie haben ganz nebenbei eine Version von Counter Strike im Regal stehen…
…das wird immer als erstes nach einer solchen Tat von der Polizei festgestellt: ACHTUNG ACHTUNG! Alle beiseite treten, wir bringen jetzt das gefährliche Spiel heraus…

Aber wenn es so viele Gründe gibt, warum ausgerechnet auf den Spielen herum hacken?
Es gibt leider keine Lobby für Computerspieler, aber es gibt eine Lobby für Waffen und Schützenvereine. Dadurch rücken Politiker nach einer kurzen Waffengesetzesdiskussion schnell wieder von dem Thema ab. Und mehr Schulpsychologen? Das kostet ja Geld, willkürliche Verbote dagegen nicht.

zu den Fotos

„Wir sind Gamer, keine Amokläufer“

 

Piratenspot a la Du bist Terrorist

 

Medien – Ausgewählte Berichterstattung

Seit einiger Zeit beobachte ich mit großer Sorge unsere Medien, insbesondere TV und Zeitung. Mittlerweile gewinnt man den Eindruck, dass die Medien nur über Dinge berichten, die auch erwünscht sind. Regierungskritische Berichterstattung gibt es schon lange nicht mehr, nur noch politische Sündenböcke, die von den Medien in der Luft zerrissen werden, sobald sie sich aus der Masse mit kritischen Äußerungen hervorheben. Die Öffentlichkeit gewinnt den Eindruck: Ja, die Medien sind nach wie vor kritisch und unabhängig.

Zum ersten Mal dachte ich kritisch über die Medien nach der Demonstration „Löschen statt Sperren“ am 20. Juni 2009 nach. Ich wartete abends gespannt auf erste Berichte in der Abendschau im RBB und in der Tagesschau, außerdem auch in den Tagesthemen und natürlich auch auf den „privaten“ Sendern… Es fiel nicht ein einziges Wort über die Demos in ganz Deutschland! Nur eine kurze Meldung, verlesen von den jeweiligen Moderatoren ohne Videobeitrag, „Jörg Tauss ist aus der SPD ausgetreten“. Dabei fehlte allerdings die Ergänzung, dass er nun zu der Piratenpartei wechselt. Denn diese Partei scheint in den Medien ein Tabuthema zu sein. Aber was dagegen natürlich erwähnt werden musste, „Jörg Tauss, , gegen den Ermittlungen wegen Besitz von Kinderpornographie laufen“. Hier haben wir auch wieder eines dieser politischen Sündenböcke, der „böse“ Herr Tauss. Das aber seine vermeintliche Straftat auch von einer gewissen Familienministerin begangen wurde, wird dabei völlig ignoriert, weggelassen, verschleiert.
Nun möchte ich hier nicht der Verleumdung bezichtigt werden, daher ein kleiner Einblick in die Situation unserer Familienministerin. Frau von der Leyen, so ihr Name, erzählt gerne von der Kinderpornographie und wie absolut unmenschlich und abartig sie ist (damit hat sie bis hier auch völlig recht), aber um den Zuhörern bzw. Zuschauern das zu verdeutlichen, zeigt sie hin und wieder kinderpornographisches Material… das ist eindeutiger Besitz von Kinderpornographie, aber hat das schon jemand in unseren Medien gehört?
Aktuellstes Beispiel aus der Welt der Medien und ihrer Verschwiegenheit: Wieder einmal unsere Ursula von der Leyen. Sie behauptet, dass es in Indien keine Gesetze gegen Kinderpornographie gäbe und begründet damit, dass es daher auf nationaler Ebene nötig sei, Internetseiten zu sperren, da ein Löschen, was wesentlich effektiver wäre, gar nicht möglich sein kann, wenn ein solches „böses“ Land keine Gesetze dagegen habe. Natürlich hat Frau von der Leyen hier gewaltig in die Sch**** gegriffen, denn sie hat schlichtweg gelogen, aus Unwissenheit oder Bosheit sei dahingestellt, aber auch darüber fällt kein Wort in den Medien, dabei würden sie jeden anderen Politiker bei solchen Lügen doch gleich auseinander nehmen, aber offenbar steht Ursula unter „medialer Immunität“.
Worüber berichten Medien denn stattdessen? Nicht etwa, dass unsere Grundrechte „für die Sicherheit“ immer weiter eingeschränkt werden oder dass wir permanent überwacht werden sollen, nein, denn es gibt offenbar wesentlich wichtigere Themen, die ganze Sondersendungen füllen, sogar Videobeiträge wert sind und auf Zeitungen die größten Schlagzeilen erhaschen: Knut der Eisbär, Wir sind Papst, an der I.S.S. Ist eine Schraube locker, Michael Jackson ist immer noch tot…
Aber wie kommt das eigentlich? Die öffentlichen Sender kassieren ihr Geld von? Na? Genau, von der GEZ, einer staatlichen Behörde. Dass dort gewisse Verpflichtungen und Verflechtungen mit der Politik und Regierung vorliegen, erscheint daher logisch.
Kommen wir zu den „privaten“ Sendeanstalten und Boulevardblättern: Ich nenne hier als Beispiel gerne den Axel Springer Konzern. Unter seinen Fittichen liegt nicht nur die BILD Zeitung, sondern auch einige TV-Sender, außerdem wollte man die Pro7Sat1 Media AG übernehmen. Das ist einem medialen Kartell sehr nahe. Aber nicht nur das, denn der stellvertretende Chefredakteur der BILD ist mit einer hochrangigen CDU-Politikerin im Bundestag, Frau Krogman, verheiratet. Frau Krogman ist übrigens eine der Initiatoren der kommenden Internetzensur in Deutschland, daher liegt die Antwort auf die Frage, warum keine kritische Berichterstattung zu diesem Thema in den Medien erschien, auf der Hand.

Im Laufe des Schreibens dieses Blogs wurde mir eines klar: Kein Wunder, dass man das Internet zensieren möchte, denn nur so kann man die mediale Kontrolle behalten, denn die Weiten des Internets sind sonst nicht beherrschbar, da jeder über jeden und mit jeden Inhalte veröffentlichen kann, es weitererzählt bzw. „weiterzwitschert“ und Blogs das Internet mit kritischen Aussagen füllen. Anstatt an der Ursache anzusetzen, setzt man offenbar lieber auf Verschleierung und Zensur.

 

Das Internet: Ein rechtsfreier Raum? – Wohl kaum!

In der Politik ist ein Spruch immer wieder gerne gehört und scheinbar sehr beliebt: „Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein!“.
Hier gewinnt (und das soll man offenbar auch) den Eindruck, das Internet sei heute ein rechtsfreier Raum und wir benötigen unter anderem Möglichkeiten zur Sperrung, um diese „Rechtsfreiheit“ zu entfernen.

Aber das Internet ist bereits jetzt KEIN rechtsfreier Raum, und da bin ich mir absolut sicher, denn…

…folgende Dinge sind nur Möglich, da es kein rechtsfreier Raum ist:

  • Abmahnungen bei Benutzung urheberrechtlich geschützter Bilder (z.B. bei Auktionen)
  • Strafrechtlicher Verfolgung bei Betrugsfällen im Internet
  • Rechtliche Schutzmechanismen beim Einkaufen im Internet
  • Abmahnungen im Bereich des Filesharings mit urheberrechtlich Geschützten Werken, wie Filmen, Software und Musik
  • Strafrechtliche Verfolgung beim sog. „Online-Mobbing“ (z.B. Nötigung)
  • Strafrechtliche Verfolgung beim Handel von Drogen & illegalen Medikamenten
  • Strafrechtliche Verfolgung beim Handel mit gefälschten Markenartikeln oder Artikeln, die nicht für den europäischen Markt gedacht sind

Mit dieser kurzen Aufstellung, sollte klar sein, dass es sich bei dem Internet definitiv um KEINEN RECHTSFREIEN RAUM handelt. Stattdessen nutzen unsere Politiker diese Worte gerne, um uns „unauffällig“ einen bürgerrechtsfreien Raum im Internet zu schaffen. Denn die Grundrechte gelten sowohl in der realen als auch in der virtuellen Welt. Das gilt übrigens eindeutig auch für die Gesetze, die durch die Legislative verabschiedet werden, das einzige Problem mag sein, dass es sich dabei um nationale Gesetze handelt, während es sich bei dem Internet um ein internationales Netzwerk handelt. Aber dann stelle ich mir auch die Frage, warum die deutsche Regierung mit nationalen Gesetzen auf das „rechtsfreie“ Internet reagieren möchte.

1 3 4 5 6 7 10