Miese Bandbreite und keine Infos – Vodafone

Vodafone LogoIch bin bereits seit einer gefühlten Ewigkeit Kunde bei Vodafone und war dort auch immer zufrieden. Bereits meine ersten Handys liefen unter einem CallYa-Vodafone-Konto (damals noch D2). In meiner ersten Wohnung vor etwa 5 Jahren ging ich ebenfalls direkt zu Vodafone mit meinem ADSL-Anschluss. Seit Etwa 2010 habe ich auch einen Mobilfunkvertrag bei Vodafone, welcher meine CallYa-Karte abgelöst hat. Seit etwa 6 Monaten habe ich nun in meiner neuen Bleibe einen VDSL-Anschluss bei Vodafone gebucht. Und was hat man davon als langjähriger Kunde? Man wird verarscht:

In den ersten Monaten hatte ich die versprochene Bandbreite hier anliegen. Leider ist hier kein VDSL50.000 möglich, aber immerhin 25.000. Praktisch hatte ich so immer einen Download von etwa 20-24 MBit/s, der Upload sah auch immer gut aus mit 4-5 MBit/s. Seit einigen Wochen stelle ich aber fest, dass meine Downloads extrem lange zu brauchen scheinen. In der Zwischenzeit war auch mein Upstream von 4,x auf 1,6 MBit/s abgesackt. Als ich Vodafone das erste mal darauf anspreche, wird mir bei Facebook gesagt, ich solle einen Speedcheck bei Vodafone machen. Nachdem ich das tat, wurde mir hier gesagt, 1,6 MBit/s lägen in der Toleranz (Unverschämtheit Nr.1). Beim Telefon-Support wurde mir gesagt, die Messungen seien in Ordnung und ich solle meinen Rechner prüfen und am besten eine kostenpflichtige Puff-0900-Nummer der Vodafone-Technik anrufen (Unverschämtheit Nr.2). Nun habe ich die Werte die letzten Tage und Wochen immer wieder beobachtet und auch der Downstream ist extrem heruntergegangen. Laut Easybox liegen zwar 24,5 MBit/s an, aber es kommen praktisch gegen Nachmittag nur noch 10-1 MBit/s an. Das ist am Abend nicht mal ein 10tel der versprochenen Bandbreite! Ganz davon abgesehen, geht die Latenz in den Keller (damit müsste man mal versuchen online zu zocken).

Vodafone Speedcheck - miserable Werte VDSL

Nach mehrfächlichen Anrufen bei der Vodafone-Hotline konnte man „nichts feststellen“ (Unverschämtheit Nr.3). Daraufhin habe ich den Glauben an mich selbst verloren und zu Hause alles gecheckt, Stunden investiert(!!). Ich habe alle meine Netzwerkgeräte, Switches, Fernseher, Festplatte etc. von der Easybox getrennt und hatte noch immer miserable Werte. Daraufhin habe ich die Easybox resettet. Das Problem: Ich konnte sie nicht einmal mehr einrichten, da ich den Installations-Code nie eingeben konnte, weil die DSL-Leitung wieder extrem gesponnen hatte. Das ging erst nach Stunden. In der Zwischenzeit telefonierte ich mal wieder mit der Vodafone Hotline und auch hier musste ich die Box immer wieder resetten und wurde behandelt, als wäre ich doof (ich bin ja nur ein Informatiker). Jedenfalls kam es dadurch zu einem netten Missverständnis: Vodafone war der Meinung, ich hätte jetzt gar kein Internet mehr (stimmte ja auch für mehrere Stunden). Daraufhin wurde die Technik informiert, diese wiederum informierte die Telekom und am Sonntag kam von dieser ein Anruf „Wir haben bei Ihnen verdächtige Messwerte festgestellt, wir würden einen Techniker vorbeischicken.“ (Komisch, Vodafone hatte keine verdächtigen Messwerte) Der Termin mit dem Techniker wurde dann am Montag über Vodafone vereinbart und dieser kam dann gestern (Dienstag). Auch er stellte fest, ich habe einen extrem schlechten Upstream, der Downstream war zu dem Zeitpunkt in Ordnung (morgens 8 Uhr). Auf der Fehlersuche stöpselte mich der Techniker am Hauptverteiler um und meinte bereits vorher zu mir, da seien wohl auch andere auf eine zu nahe liegende Leitung gelegt worden und das führe zu gegenseitiger Beeinflussung der Datenübertragung (soweit ich das als Nicht-Nachrichtentechniker verstehe). Das Umstöpseln am Hauptverteiler half, denn mein Upstream ist wieder da wo er sein sollte. ABER: Der Downstream ist am Abend wieder (!!!) extrem in den Keller gegangen. Nun habe ich mal gegoogelt und siehe da: Vodafone hat ein dickes fettes Problem in Berlin. Durch die offensive VDSL-Werbung wurde offenbar schlicht und einfach kräftig überbucht. Und eine ganze Reihe an „Einzelfällen“ findet sich mit dem selben Problem wieder. Und warum wird mir das nicht von Vodafone gesagt? Warum muss ICH Stunden investieren, um den Fehler zu finden?

Übrigens, geht es hier zu einem offiziellen Foren-Beitrag im Kundenforum. Eine offizielle Stellungnahme von Vodafone fehlt nach wie vor:

» Vodafone Kundenforum – 030 Schneckentempo

Und auch einen offiziellen Artikel von Computerbase gibt es bereits:

» Compuberbase – Vodafone „VDSL zum DSL Preis“ verärgert Kunden in Berlin

Wenn sich hier in den nächsten Wochen nicht etwas tut, werde ich wohl von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen müssen. Und auch mein Mobilfunkvertrag wird dann definitiv nicht mehr verlängert.

Geht es zufällig noch jemandem von euch so? Wenn ja, dann meldet euch doch auch im Kundenforum oder hier in den Kommentaren. Ich werde die nächsten Tage auch immer mal wieder die Kunden-Hotline belästigen, bis ich eine offizielle Antwort höre.

Update 1

Immerhin hat das Social Media-Team von Vodafone bei Twitter inzwischen auf meine Frage reagiert. Aber eine echte Lösung scheint da noch nicht in Sicht:

Update 2

Mittlerweile habe ich ein weiteres Mal die Vodafone-Hotline bemüht. Die nette Dame am anderen Ende konnte mir nur mitteilen, dass sie in Berlin aktuell „Performance Probleme“ haben und sie „planen“ sie demnächst zu beheben. Außerdem habe ich für den laufenden Monat auf eine Gutschrift bestanden und mir wird für diesen Monat auch der halbe Paketpreis erlassen. Auch die Technik wird sich bei mir melden, sobald es zu einer Besserung kommt.

Update 3

Ich habe heute mal die Redakteure von heise angeschrieben und auf das Forum verwiesen. Vielleicht berichten sie ja dann demnächst auch mal darüber, denn ein wenig öffentlicher Druck kann wohl nie schaden ;-)

Update 4

Anfang der Woche habe ich eine SMS der Vodafone Technik bekommen hatte, dass die Störung behoben sei, habe ich das natürlich geprüft und festgestellt, die Störung ist natürlich nach wie vor da. Wahrscheinlich wurde einfach das Ticket bzgl. des Telekom-Technikers, der ja bei mir vor Ort war, geschlossen. So habe ich heute die Hotline angerufen, um dies zu melden. Offenbar ist man jetzt zu Offenheit übergegangen: In Berlin gibt es demnach einen überlasteten Knotenpunkt und es ist ein Ausbau nötig. Dieser kann allerdings wohl noch bis Mitte Juli andauern. Immerhin werde ich zumindest für diesen Zeitraum eine monatliche Gutschrift erhalten.

Update 5

Von Tag zu Tag wird das Internet gefühlt langsamer und auch praktisch werden die Werte schlechter. Abends erreicht man mittlerweile keinen MBit/s im Downstream mehr. Man hat fast das Gefühl, Vodafone schaltet weiter fleißig VDSL-Kunden trotz Überlastung an (das kann ich an dieser Stelle allerdings nur vermuten). Offizielle Antworten gibt es von Seiten Vodafone nach wie vor nicht, bei Facebook darf man nur immer wieder die folgende Copy-Paste-Nachricht lesen und Verweise auf das eigene Forum werden gelöscht. Transparenz sieht anders aus!

Für die verursachten Einschränkungen entschuldigen wir uns ausdrücklich. In diesem Fall wurden wir von der hohen Nachfrage schier überrollt und haben jetzt lokal mit einigen Kapazitätsengpässen zu kämpfen. Wir sind uns der derzeit auftretenden Einschränkung bei unseren Kunden voll bewusst und arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung.

Update 6

Mittlerweile gibt es eine eigene Facebook-Seite zu dem Thema: Vodafone VDSL Fiasko – Berlin

Update 7

Gestern (30.05.2014) wurden offenbar neue Kapazitäten freigeschaltet. Dazu aus dem Forum:

VDSL-Kunden in Berlin haben heute eine Kapazitätserweiterung erhalten. Die Bandbreitenerhöhung greift allerdings erst, nachdem das Modem drei Minuten vom Strom genommen wurde. Bitte testen!

In meinem Fall hat es auch geholfen, die Easybox für ein paar Minuten von der Telefonleitung zu trennen. Danach hat sich die Box offenbar mit einem anderen Knotenpunkt verbunden und seit gestern habe ich keine Überlastung mehr. Momentan kann ich mit voller VDSL-25.000 Geschwinidgkeit surfen.

PG

Felix

 – Autor des Artikels

13 Reaktionen auf “Miese Bandbreite und keine Infos – Vodafone

  1. Miki sagt:

    Ich bin ja von denen schon lange geheilt, war viiieeele Jahre Handy (Vertrags)-Kunde (als es noch keine Flates gab, haben richtig Geld mit mir verdient). Die beiden CallYa’s waren, glaub ich, auch von mir? Jedenfalls eine…Mich haben sie mit super-miesem Service und eigentlich auch Vertragsbruch vergrault… Bestandskunden sind da der letzte Ar…. :devil: :laughdevil: :alien:

    • Felix sagt:

      Leider waren bisher die Alternativen mau. Es gab eine Zeit, da habe ich überlegt zur Telekom zu gehen. Aber dann kam die Drosselgeschichte (Internet-Flats mit Volumen-Limit). Andere Anbieter kamen (bisher) nicht für mich in Frage. Aber wenn da nicht bald war kommt, muss ich wohl doch wechseln. :offended: :sad:

  2. Linux-User sagt:

    Hier in München das gleiche Elend. Tagsüber ist der Durchsatz ok bis gut, abends bei 0,5 bis 4 MBit Downstream bei Vodafone VDSL 50.000. Offenbar völlig überlastete Anbindung an das Backbone.

  3. Robert sagt:

    „und wurde behandelt, als wäre ich doof (ich bin ja nur ein Informatiker)“

    Du studierst Medieninformatik; Tomaten sind ja auch keine Äpfel nur weil sie grün wachsen..

    Ein Traceroute häts auch getan ;)

    • Felix sagt:

      Eben ein angewandter Informatiker ;-)

      Ja, ein Traceroute wäre eine Idee gewesen. Nunja, Hauptsache es funktioniert jetzt wieder.

  4. Felix sagt:

    Vodafone hat offenbar neue Kapazitäten freigeschaltet, nach einem Neustart der Easybox wird man mit einem neuen Knotenpunkt verbunden.

  5. Spike sagt:

    Selbes Problem passiert jetzt hier gerade in München.. DL 1700 kbit/s bei VDSL 50k. :sick:
    Laut Hotline ist das Problem bekannt… und sie Arbeiten am Ausbau , aber laut Hotline nicht Schuld von Ihnen sondern das zu viele Anbieter kampfpreise versprachen und die Kunden natürlich für lau wechseln VDSL wollten. :oh:

    • Felix sagt:

      Hallo Spike,
      das ist natürlich ärgerlich. Hier scheint das Problem jetzt behoben zu sein, ich habe seit ein paar Wochen wieder die volle 25k VDSL-Geschwindigkeit.
      Finde das natürlich lustig, dass Vodafone jetzt jammert, es hätten zu viele Anbieter zu viel versprochen. Da hat Vodafone ja ganz vorne mitgespielt, sie haben schließlich mehrere Monate „VDSL zum DSL Preis“ beworben.

      Ich drücke die Daumen, dass es auch in München zu einer Besserung kommt.

      Gruß
      Felix

  6. Linux-User sagt:

    Leider bisher keine Besserung in München. Noch immer sehr niedriger Durchsatz bei sehr hohem Ping hier in München, aktuell liegt das hier bei ca. 1,8 Mbit für einen VDSL 50.000 Anschluss.

    Die Vodafone-Argumente sind übrigens nicht ganz aufrichtig – wer zwingt Vodafone denn, VDSL zum ADSL-Preis zu verkaufen? Vielmehr ist der Treiber bei Vodafone m.E. neben der Verhinderung von Kundenabwanderung die gewollte Umstellung auf Bitstream-Zugang, also alles IP-basiert statt bisher Leitungsmiete bei der Telekom. Mit dem VDSL-Angebot sollen die Leute zur Umstellunge bewogen werden, dann hat Vodafone nur noch eine IP-Anbindung zum Kunden, die wesentlich leichter zu administrieren ist, da die ganze Technik bei der Telekom bleibt. Auch die Telekom versucht, die Kunden auf Bitstream / IP-Anschluss zu bringen, um die Anbindungsverwlatung von der Netzverwaltung zu entkoppeln, meine ich irgendwo gelesen zu haben.

    • Felix sagt:

      Das ist schade zu hören. Ich drücke die Daumen, dass es auch in München bald wieder flott wird. Warum die Anbieter auf VDSL-Wechsel drängen, kann ich aus technischer Sicht nicht beurteilen. Aber sie werden schon ihre – in erster Linie wirtschaftlichen – Gründe haben ;-)
      Gruß aus Berlin

  7. Wuzy sagt:

    Wir nutzen in München den Kabelanschluss eines lokalen Anbieters (KabelMedienService – cablesurf.de). Wir wohnen mitten in einem Neubaugebiet. Das Gebäude selbst wird seitens KabelMedienService sogar mit Glasfaser angefahren. In den ersten Monaten gab es auch die versprochenen 120 MBit/s im Downstream zu fast jeder Tages- und Nachzeit. Ich dachte schon, dass ich die Nachteile eines Kabelanschlusses (= Shared Medium), über die ich immer viel gelesen hatte, nicht zu spüren bekäme. Das war anscheinend eine Fehleinschätzung.

    Seitdem das Wohngebiet voll bezogen ist, habe ich z.B. Abends um 22 Uhr keine 30 MBit/s im Downstream mehr – das entspricht einem Viertel der vertraglich vereinbarten Maximalgeschwindigkeit. Hier wurde offensichtlich auch gnadenlos überbucht. Bei Internet über Kabel teilen sich ja unter Umständen mehrere hundert Benutzer eines Nodes eine gemeinsame Bandbreite von einigen hundert MBit/s. Offensichtlich werden Nodes nicht in dem Maße kleiner, je schnellere Anschlüsse die Kunden nutzen. Was nützt mir ein 120 MBit/s-Anschluss, wenn Hunderte von Kunden in der Umgebung einen solchen nutzen und sich damit in der Rush Hour gleichzeitig durch ein Nadelöhr zwingen?

    Ich kann mich noch an meine frühere VDSL-Zeit erinnern, als ich woanders wohnte. Zwischen 2006 und 2013 hatte ich VDSL, anfänglich VDSL-25, später dann VDSL-50 beim rosafarbenen T. Hier lag eigentlich immer die volle Geschwindigkeit im Down- und Upstream am. Ich bin mir sicher, dass jeder Netzbetreiber grundsätzlich überbucht, zumindest bei Privatkundenanschlüssen. Offensichtlich quetscht man jedoch im Rahmen des Preisdrucks immer mehr Anschlüsse auf die vorhandene Bandbreite im Backbone und baut diese viel zu langsam aus. Das ist :keine gute Entwicklung… :annoyed:

    • Felix sagt:

      Hi Wuzy,

      das ist natürlich ärgerlich. Ich drücke dir die Daumen, dass es wieder besser wird. Langsam wird es peinlich was die TelKo- und Kabel-Firmen hier abziehen.

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