Erste Erfahrungen mit Ubuntu Natty Narwhal

Vor etwa zwei Wochen ist Version 11.04 – für unkundige: 11 steht für das Jahr, 04 für den Monat ;-) – mit dem Codenamen Natty Narwhal erschienen. Übersetzt heißt das in etwas so viel wie “schicker Narwal” – nicht nur, dass man in der mittlerweile beliebten Tradition alphabetisch beim Codenamen vorarnzuschreiten, hat das “schick” in der neuesten Ubuntu-Version eine besonders große Bedeutung. Mark Shuttleworth kündigte wie immer den Codenamen der nächsten Versionen an und legte mit dieser Version fest, diesmal solle das Design, die Optik und die Haptik im Vordergrund stehen. Und so entstand die wohl umstrittenste Ubuntu-Version.

Ich war so mutig und habe noch am Abend des Releases Ubuntu Natty Narwhal auf meinem Desktop-Rechner installiert. Nach dem Upgrade auf die neueste Version ist die größte Änderung sofort aufgefallen, denn Ubuntu setzt jetzt nicht mehr auf die bewährte Desktop-Oberfläche Gnome (kann allerdings als “Classic” immer noch genutzt werden), sondern auf die neue hauseigene Oberfläche Unity.

Vor allem damit sind viele Neuerungen verbunden. So ist das untere Panel, dass vor allem als Taskleiste diente, verschwunden, das obere Panel hat seine Menüs, seine Anwendungen und seine Tray-Icons verloren, diese gleicht man übrigens am besten durch Indicators aus. Stattdessen gibt es nun einen Ubuntu-Button, der nun die Bedienung vereinfachen soll und das sog. Dash aufruft. An der linken Seite ist nun eine Sidebar aufgetaucht, die die wichtigsten Programme beherbergt und offene Programme zeigt. Außerdem können hier sog. Lenses (erweiterte Programmfunktionen) installiert werden. Und auch das eine oder andere Programm bietet schon Zusatzfunktionen, wie das Anzeigen neuer Nachrichten (Pidgin) oder den Prozess eines Downloads (Firefox) an.

Nun zu meinen persönlichen Erfahrungen. Die ersten Tage habe ich echt geflucht. Wenn man sich Jahre lang an Gnome gewöhnt hat, ist Unity ein echter Schlag ins Gesicht. Vor allem fehlten mir die Tray-Icons, plötzlich wusste ich nicht mehr, wie ich Pidgin & Co vernünftig benutzen soll. Allerdings gibt es die Möglichkeit über eine Whitelist bestimmte oder alle Tray-Icons wieder zu aktivieren. Das Arbeiten mit Unity funktionierte zu Anfang noch nicht besonders gut, flüssig und schnell wird es erst, wenn man die wichtigsten Shortcuts (Tastenkombinationen) beherrscht. Dafür kann ich euch vor allem diese Wallpaper empfehlen, damit lernt man die Shortcuts fast von selbst ;-)

Tipp: Man kann sich dieses Wallpaper schnappen, etwas bearbeiten und die Shortcuts mit Hilfe von Screenlets (PicFrame) auf seinen eigenen Hintergrund packen ;-)

Dass Natty Narwhal so umstritten war, lag vor allem daran, dass Unity noch nicht fertig schien. Und leider ist es auch so. Die wichtigsten Aufgaben erfüllt es bereits flüssig, schnell und intuitiv. Aber leider gibt es auch noch unzählige Bugs, von einfach nur lästig bis super-nervig. So wird es gerne mal bunt oder stürzt direkt ab, wenn man verschiedene Einstellungen an Unity vornimmt. Im schlimmsten Fall zerlegt man sich Unity sogar komplett. Aber auch kleine lästige Fehlerchen treten gerne auf, so spinnt bei mir relativ häufig die Mac-ähnliche globale Menüoberfläche im oberen Panel, in dem die falsche, keine oder sie gar verschoben auftritt. Ebenfalls nervig, manche minimierte Fenster findet man kaum wieder und auch auf die Maus reagieren diese leider nicht immer.

:ubuntu: Fazit: Wenn man sich an Unity gewöhnt hat und einige Tastenkombinationen beherscht, dann macht das Arbeiten mit Ubuntu Natty Narwhal sogar richtig Spaß. Doch ausgereift ist die neue Oberfläche leider lange noch nicht, aber wo sonst testen, wenn nicht direkt bei den Usern? Das ist eben der Charme von Linux. Und wer damit nicht umgehen kann oder will, nutzt einfach weiterhin Gnome2.

:ubuntu: Download:

PG

Felix

 – Autor des Artikels

Hallo, ich bin Felix. Ich bin 25 Jahre alt und Student der Medieninformatik und nebenbei in der Webentwicklung tätig. Mehr über mich erfahrt ihr bei www.felix-griewald.de.

5 Reaktionen auf “Erste Erfahrungen mit Ubuntu Natty Narwhal

  1. aga80 sagt:

    @Felix
    Hey das sieht ja richtig chick bei dir aus.
    Besonderst gefallen mir die Kürzel und die CPU, Ram und Systemanzeige.
    Ich bin noch auf der Suche nach sowas.

    Ach ja so schön aufgeräumt ist meine Leiste noch nicht. :ubuntu:
    http://imageshack.us/photo/my-images/811/desktopzp.jpg/

    • Felix sagt:

      @aga80
      Die schicken Widgets kann man über Screenlets realisieren ;-) Die CPU & Co Sensoren heißen dabei RingSensors (zu finden bei gnome-look.org)

  2. aga80 sagt:

    @Felix
    Danke, bei den Sceenlets ist ja auch was brauchbares dabei, mal schauen was es da sonst noch gibt.

  3. aga80 sagt:

    Das is zwar nicht so stylisch, aber erst mal das gesuchte. :ubuntu:
    http://img687.imageshack.us/i/bildschirmfotoj.jpg/

  4. Castiel sagt:

    Nutze Lieber Windows 7 :offended:

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