Der Busfahrer und die Pinkelpause

Ja tatsächlich, ihr lest richtig, aber fangen wir ganz von vorne an: Heute morgen bzw. gegen Mittag, naja, für einen Studenten ist das noch morgens, wollte ich mit dem Bus fahren, um danach in die Straßenbahn umzusteigen. Um die Zeit ist es von der Route besser mit dem Bus zu fahren, damit spart man, zumindest meistens, nochmal gut 5 Minuten. Laut Plan sollte der Bus 11:15 Uhr losfahren. Dabei sollte man wissen, dass es sich hier um eine End- bzw. Starthaltestelle handelt. Das heißt, der Bus samt Fahrer steht bereits gute 10 Minuten da und hat Pause, man kann also auch davon ausgehen, dass der Bus pünktlich starten wird, doch denkste… Der Busfahrer entschloss sich nämlich um 11:16 Uhr – ich habe gestern noch meine Uhr nach einer Funkuhr gestellt – nicht (endlich) loszufahren, sondern auf die Toilette zu gehen. Nun weiß ich auch, wozu der grüne Schuppen auf dem Parkplatz dient. Doch dank dieser Einlage des Fahrers fuhr er erst 11:20 Uhr – also 5 Minuten (!) verspätet – los. Und dadurch wurde es mal wieder verdammt knapp, meine Anschlussbahn noch zu erwischen. Vor allem heute, wo die erste Vorlesung zu denen gehört, wo man es sich nicht erlauben sollte, zu spät zu erscheinen, vor allem wie soll man die Pinkelpause des Busfahrers erklären? Und das auch noch auf Englisch – ich erinnere an dieser Stelle, bei meinem Studium handelt es sich um einen „internationalen Studiengang“. Doch zum Glück (für den Busfahrer ;-) ) erreichte ich diesmal meine Straßenbahn gerade noch rechtzeitig, allerdings auch nur dank einem kurzen Zwischenspurt und dem Überqueren einer roten Ampel.

Die zweite BVG-Runde begann heute für mich nach meiner ersten Vorlesung, denn danach habe ich dienstags gute 4 bis 5 Stunden frei und da lohnt es sich durchaus nochmal nach Hause zu fahren. Auf dem Weg zurück zur Uni zu meiner abendlichen Vorlesung mit dem Titel „Datenbnaken“, nur ganz nebenbei, durfte ich zum wiederholten Male die Erfahrung machen, dass es Rhinstraße/Allee der Kosmonauten kaum möglich ist, innerhalb einer Minute umzusteigen. Oft kann man noch auf der gegenüberliegenden Station zusehen, wie die eigene Bahn davonrollt. Woran das liegt? Ganz einfach, diese Kreuzung ist mit Hilfe zweier äußerst bescheiden geschalteten Fußgängerampeln bestückt. Auch heute war es fast wieder soweit. Ich sah bereits in der Ferne meine Bahn ankommen und dachte mir, das schaffst du noch locker und stehe an der Ampel… und stehe … und stehe immer noch … und … natürlich stehe ich noch, Ampel ist ja noch rot, die Ampel für Autos ganz nebenbei auch … Mittlerweile hat die Bahn in den 3 Minuten des Herumstehens die Haltestelle erreicht, also mal wieder einen Zwischenspurt einlegen, mal wieder über eine rote Ampel… und gerade so geschafft, die Türen tröteten schon.

Nun saß ich gut 10 Minuten in der Bahn und zwei Gestalten männlicher Natur stiegen ein. Der Eine latscht erstmal direkt auf meinen Rucksack, ein strafender stummer Blick meinerseits sagte in dem Moment wohl mehr als 1000 Worte. Dazu kam, dass, als die beiden „Herren“ saßen, sie ihr Bier zückten, sie outeten sich in diesem Moment als das, was ich gerne als „Assis“ bezeichne. Ganz nebenbei: Ich spiele mit meinen Freunden auch manchmal an Wochenenden ganz bewusst das Spiel „Assis“, wenn auch wir uns in der S-Bahn ein Bier vor den Kopp halten. Doch auf meiner dritten BVG-Runde, auf dem Rückweg wieder nach Hause, das Finale für heute, sah ich wie merkwürdig das Spiel „Assis“ bei einer Frau aussieht. Ja, auch sie trug eine Bierflasche vor ihrem Kopp herum.

Danke liebe BVG und liebe Fahrgäste für diesen aufregenden Tag. Ach ja, ich habe ganz nebenbei auch studiert…

PG

Felix

 – Autor des Artikels

5 Reaktionen auf “Der Busfahrer und die Pinkelpause

  1. Miki sagt:

    Manno… is det gefährlich… :surprised: , da riskierst du täglich mehrmals Leib und Seele…. schlimm! Aber vielleicht hast du dann künftig mehr Mitleid mit den Fußgängern, wenn du mit Panther unterwegs bist. Denn die besagte Kreuzung ist ja für ALLE Beteiligten ganz große Grütze!!! Pass schön auf, Jung! (muttmutt) :blush:

  2. Marc sagt:

    Hey, Blasenschwäche ist ein ernstes Thema! Außerdem… woher willst Du wissen, dass er pinkeln war in dem Haus?
    Andererseits… ok, über die Alternativen will ich nicht weiter nachdenken… :innocent:

  3. Miki sagt:

    :laugh:
    @Marc
    der Gedanke ist nicht schlecht…. :hay: müssen wir mal Felix fragen, ob ne scharfe Blondine eingestiegen ist… denn so kurz vor Abfahrt nur pinkeln zu gehen ist ja mal ne Frechheit…

  4. Erdbeere sagt:

    Na da hast Du ja eine Menge erlebt, kicher.
    Als ich neulich in Berlin war, ist mir auch aufgefallen, das ich noch in keiner Stadt soooooo lange an der Fußgängerampel habe warten müssen, wie in der Hauptstadt.

    Einmal sind innerhalb einer Ampel-Wartezeit zwei Busse, die wir beider hätten nehmen können, an uns vorbei gerauscht *erstaunt guck*

    Lieben Prenzlaueralle-Gruß
    Erdbeere

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