Geschichten aus dem Krankenhaus – Teil 2

… oder »Der Tatta und die Terror-Oma«, wie man diese Story auch nennen könnte, aber um im Schema zu bleiben, lasse ich doch den obigen Titel passend als Fortsetzung zum 1. Teil stehen.

Noch kurz vor dem Wochenende durfte mein Zimmerpartner aus dem Krankenhaus wieder nach Hause. Seine Untersuchungen waren abgeschlossen, die Weiterbehandlungen mit den Ärzten und dem Hausarzt abgesprochen. Also wurde er schon vormittags von seiner Frau abgeholt und auch der Entlassungsbrief war fertig. Nur einen kleinen Fehlalarm musste er noch auslösen, das Handy, bzw. das Steinzeit-Gerät, das an ein mobiles Telefon erinnern sollte, war verschwunden. Es tauchte dann aber wieder auf, im Spiegelschrank, klingt komisch, ist aber so… Nun hatte ich also das 2-Bett-Zimmer für mich alleine. Herrlich! Da wünscht man sich doch jedes Mal eine private Krankenversicherung… Den größten Teil des Tages bis in den Abend, ja sogar bis in die Nacht, blieb es auch dabei. Ich musste mich nicht um das TV-Programm streiten, ich konnte früh ins Bett und freute mich auf’s Ausschlafen… doch falsch gedacht, denn mitten in der Nacht, gegen 3 Uhr wurde mein neuer Mitbewohner in das Zimmer gebracht, und oweh! Ich hörte es schon an der Stimme, am Röcheln, am gesamten Umfeld: „Jetzt legen Sie mir hier so einen alten Tatta rein“, dachte ich. Ich weiß, das klingt nicht besonders nett, aber am nächsten Tag wurde mir klar, ich lag mit meiner Einschätzung völlig richtig. Dazu kam die Tatsache, dass nach einer Stunde, nach dem der Mann nun endlich im Zimmer verbracht wurde und die Frau mit Diskutieren am Ende war, die Tür zuging, Licht aus, weiterschlafen war angesagt. Doch denkste! Ich wusste nicht, dass ich nun ein Zimmer mit Waldrodung gebucht hatte. Als mich am nächsten Morgen die Krankenschwester mit dem Kopfkissen über beide Ohren auffand, sagte sie: „Daraus schlussfolgere ich, dass [der neue Mitbewohner] schnarcht.“ „Ja!“, antwortete ich und wir waren beide leicht amüsiert. Nun musste ich junger Spund also mit diesem alten Mann (geschätzte 70 – 80 Jahre), und keiner von der flotten Sorte, sondern eben ein richtiger alter Tatta, auskommen. Doch das allein wäre gar nicht mal das Schlimmste, denn immerhin ist so ein Kandidat auch recht still (bis auf die erwähnte nächtliche Waldrodung), kann sich nur wenig bewegen und kaum sprechen (das ist eigentlich sogar eher traurig), aber die dazugehörige Frau war mir bereits in der Nacht davor aufgefallen: blablablabla, permanent! Egal ob doppelt oder dreifach. Und sie war auch lange und oft da, laberte ihren Gatten voll, ich bezweifle, dass er überhaupt mehr als die Hälfte davon mitbekam, egal ob bewusst ausgeblendet oder schlichtweg für ihn nicht mehr hörbar. Ab und zu drang ein „ta ta ta“ aus seiner Richtung, es sollte Sprache darstellen, nach dem jeweils dritten Anlauf hatte ihn seine Frau auch endlich verstanden. Ich war an dem Tag Gott sei Dank noch viel im Haus unterwegs, hatte noch einige Untersuchungen vor mir und ging davon aus, dass ich möglicher Weise noch am selben Tag das Krankenhaus verlassen könnte. Doch leider wurde nichts daraus, nach einem Gespräch mit der Oberärztin entschied ich mich, auf ihr Anraten, doch noch hier zu bleiben, allerdings musste sich dann dringend etwas an der neuen Wohnsituation ändern. Das ging dann auch ratz-fatz, ich wurde innerhalb der nächsten 10 Minuten in ein anders 2-Bett-Zimmer umquartiert – Das Lustige hierbei war die Tatsache, dass aufgrund der kleinen Zimmer, mein alter und mein neuer Zimmergenosse erstmal in den Flur gestellt werden mussten – Diesmal kein alter Mann als Zimmerpartner,  nein ein junger Kerl in meinem Alter. Na das passt doch! Kein Zoff mehr um das Fernsehprogramm, man kann sich über normale Dinge unterhalten und man wird morgens von Schwestern erst später geweckt. Zimmer 13 ist damit offiziell das Langschläfer-Zimmer :D

PG

Felix

 – Autor des Artikels

6 Reaktionen auf “Geschichten aus dem Krankenhaus – Teil 2

  1. Marc sagt:

    Gib’s zu… Du bleibst da nur so lange weil Du noch die Hoffnung hast, die schieben dir eine sexy Blondine ins Zimmer!!

  2. mikmups sagt:

    ;-) Hallo Felix, ist ja fein, dass du wenigstens den „Langschläferbonus“ genießen kannst. Mußt eben noch das Beste aus der Situation machen. Herzliche Grüße :innocent: OMA :innocent:

  3. Felix sagt:

    @Marc
    Die Blondine müssten sie dann aber heute Abend bzw. Nacht einliefern, denn morgen gehts wieder heim :smile:

  4. Tekima sagt:

    Schön, dass deine Berichte so locker rüber kommen und dass du bald wieder da raus bist, freut mich auch, weil ich hoffe, dass die Maschinerie dir wenigstens auch helfen konnte.

    -Humor ist, wenn man trotzdem lacht.-

  5. Felix sagt:

    Nachtrag für Marc:

    Die erhoffte Blondine hat sich so eben als älterer grau-haariger Mann entpuppt :fools:

    Sonst natürlich auch an alle anderen Danke für die lieben Grüße

  6. Miki sagt:

    Ui… naja, die eine Nacht schaffst du auch noch! Hoffentlich ist es nicht wieder ein verkapptes Sägewerk! :supershock:

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