Geschichten aus dem Krankenhaus – Teil1

Seit dem 10. August 2010 liege ich nun hier, bzw. ich laufe auch ab und zu umher, ziehe mich an wie ein Mensch, bin mobil oder mittlerweile sogar wieder online, so komme ich mir nicht ganz so krank vor.

Aber mir sind hier auch schon einige witzige Dinge passiert.

Am ersten Tag wurden mir und meinem Mitbewohner, er wurde zur selben Zeit aufgenommen wie ich, wurde uns unser neues „Domizil“ gezeigt. Eine echte Suite könnte man sagen, ein Fernseher, zwei Telefone, zwei Betten, eine Waschecke und eine Nasszelle, die man sich mit ca 5 weiteren Zimmern teilt. Direkt am Krankenzimmer gab es außerdem einen Aufenthaltsraum, der gleichzeitig eine Verbindung zu einem weiteren Krankenzimmer herstellt. Am ersten Tag, begrüßte uns insgesamt 8 Mal (!) ein Patient von nebenan. Dieser litt entweder an Orientierungsschwierigkeiten und verlief sich bei dem Weg auf die Toilette zu uns oder das Zimmer neben war ein 8-Bett-Zimmer und jeder wollte mal gucken.

Am meisten kann ich insgesamt aber über meine Nachbarn erzählen. Mein erster Mitbewohner hatte beispielsweise merkwürde Angewohnheiten. Dem Alter entsprechend, schätzungsweise 60-65 Jahre alt, muss man natürlich 6 Uhr morgens aufstehen. Das ist sogar noch vor der offiziellen Schwestern-Alarm-Zeit* (!). Hauptsache danach liegt man 9 Uhr wieder pennend im Bett und ich, fauler Student, der frühestens 7 Uhr aufsteht, und das auch nur wenn eine wichtige (!) Vorlesung ansteht, und auch da wird noch morgens abgewogen, muss nun sehen wie er damit zurecht kommt. Außerdem hat der nette Herr, wenn er denn den vorsintflutlichen Fernseher des Zimmers in Betrieb brachte, ja das ist noch so ein Gerät mit flackernder Bildröhre und winzigen schätzungsweisen 17 Zoll, gesteuert über das Telefon, das an „Matrix“ erinnert, dann wurde selbst verständlich nur Propaganda „Das Erste“ geschaut. Entweder wusste er nicht, wie man umschaltet, zugegeben, bei der merkwürdigen Telefonsteuerung, auch nicht ganz einfach zu handlen, aber dennoch möglich, oder er wollte es tatsächlich so, von Sendungen wie Alt-Herren-Nachrichten alias Tagesschau oder den täglichen Seifenopern (muss er wahrscheinlich gucken, damit seine Frau nicht böse wird :hay: ). Aber ein wenig tat er mir dann doch leid, eigentlich sollte er ein Antibiotikum nur für wenige Wochen nehmen, ein Missverständnis zwischen ihm und seinem Hausarzt sorgte dafür, dass er diese viel zu lange einnahm und nun an permanenter Übelkeit litt. Als der Stationsarzt ihm nun neue Tabletten aufzwingen wollte, wurde der sonst so ruhige Herr stinkig, schließlich nehme er doch schon zig Tabletten und von der Scheiße dem Zeug werde ihm permanent schlecht. Und da reagierte der Stationsarzt etwas zickig, das kam mir bekannt vor, von der Art und Weise, denn man muss wissen, der dennoch nette Stationsarzt, hat bei mir den Spitznamen „Gesichts-Peter“ weg.

Peter war ein langjähriger Lebensgefährte meiner Mutter, ein großer langer langsamer schlacksiger Kerl, und von der Optik sieht mein Stationsarzt „Gesichts-Peter“ nun genau so aus, auch die Verhaltensweisen passten, nur mit einem entschiedenen Unterschied: Der Stationsarzt ist wesentlich hektischer und schneller, Beispiel: Tür aufgerissen, Kopf von Arzt für 2 Sekunden zu sehen kombiniert mit „Haben Sie schon eine Flexüle?“ Antwort „Nein“, Tür wieder zu, mit der einer Geschwindigkeit, die an die Automatiktüren aus Star Wars erinnert.

… mehr Geschichten werden mit Sicherheit folgen …

*Schwester-Alarm-Zeit: Dieser Zeitpunkt soll den morgentlichen Weckterror, bestehend aus Blutdruck messen, welches bei mir immer mit Pulsmessen verbunden werden muss, ob ich noch lebe, da ich zu dieser Tageszeit einen doch ziemlich niedrigen Blutdruck zu haben schein, beschreiben. Außerdem gehört dazu noch das Temperaturmessen und die obligatorische Frage nach dem Stuhlgang.

PG

Felix

 – Autor des Artikels

Eine Reaktion auf “Geschichten aus dem Krankenhaus – Teil1

  1. Miki sagt:

    Hihihi… mit der „Peter-Geschichte“ ziemlich Insider-lastig…. ;-) man muss sich noch dazu denken, dass mein Ex Peter für die gleiche Handlung, um an die entscheidende Information zu kommen …also … Tüüüüür …*schnarch* öffnen, leeicht nach vooorne beugen…. *schnarch* Kopf zööögernd duurch die Tüüüür stecken….. *schnarch* gucken…. Mund öffnen….fraaagen…. denken…. Kopf zurück nehmen…Tüüüürr schliiiieeeeßen… wahrscheinlich 10 Minuten gebraucht hätte. :hay: :hay: :laugh: :laugh:

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