Wir sind Gamer

Heute fanden bundesweite Demonstrationen (in Berlin, Karlsruhe und Köln) unter dem Motto Wir sind Gamer statt. Ich war in Berlin unter ca 300 bis 400 Teilnehmern dabei. Die Route führte uns vom Brandenburger Tor bis zum Alexanderplatz, an dem eine Kundgebung mit einigen politischen Sprechern (u.a. Piraten, Grüne, Junge Liberale, Jusos) stattfand, dort wurde auch Killerschach gespielt.

Worum ging es bei den Demonstrationen?
In letzter Zeit werden immer wieder Stimmen in der Politik laut, die ein verbot sog. „Killerspiele“ verlangen. Vor allem nach einem weiteren verheerenden Amoklauf eines Schülers in Winnenden dieses Jahr.

Was sind „Killerspiele“?
Eine genaue Definition gibt es für diesen sehr eigenartigen Begriff nicht. Offenbar vertreten unsere Volksvertreter aber die Meinung, dass alle Spiele, die in irgendeiner Form das Töten von Menschen beinhalten als solche Spiele dargestellt werden müssen. Das sind vor allem sog. Ego-Shooter.

Was ist so schlimm an solchen Spielen?
Nichts! Diese Spiele sind für Spieler nicht mehr als ein Hobby, ein Zeitvertreib, ein Spaß, eine Form der Erholung. Doch offenbar gibt es Menschen, die der Meinung sind, dass man mit solchen Spielen die Hemmschwelle senkt und „Killer“ züchtet. Das soll eine äußerst fragwürdige Studie von Christian Pfeiffer belegen. Doch wenn dies wahr wäre, dann würden da draußen mindestens 80% der Jugendlichen (meine Schätzung) als potentielle Killer herumlaufen, demnach müssten im Schnitt wesentlich mehr Amokläufe in Deutschland stattfinden.

Was sind Computerspiele wirklich?
Computerspiele sind Spiele! Es sind aber eben moderne, realistischere Spiele, vergleichbar mit Schach, Räuber und Gendarm, Mensch ärgere dich nicht… die Absurdität eines entsprechendes Verbotes wurde auf der Demo in Berlin übrigens mit Killerschach dargestellt.
Von ihnen geht keinerlei Gefahr aus, denn jeder gesunde Mensch weiß genau, wann etwas real und wann etwas irreal ist. Das lernen bereits kleine Kinder anhand der Reaktionen der Eltern auf beispielsweise reale Nachrichten oder fiktive Filme und Geschichten.
Davon abgesehen sind besonders „brutale“ Spiele in Deutschland dank dem strengsten Jugendschutz der Welt erst ab einem Alter von 18 Jahren freigegeben und gehören somit nicht in Kindeshand. Also warum will der Staat erwachsenen Menschen das Spielen verbieten? Sollen wir uns mehr für den Staat knechten, damit er uns weiter das Geld aus der Tasche zieht, um marode Banken zu retten und fragwürdige Konjunkturpakete zu verteilen? Sollen wir unsere Freizeit aufgeben? Sollen wir gar unsere Freiheit aufgeben? Sollen wir unsere Hobbys aufgeben? …

Aber was führt dann zu den Amokläufen?
Diese Frage können eigentlich nur ausgebildete Psychologen beantworten, doch scheinbar hat jeder Politiker ein Gen in sich, mit dem es ihm innerhalb kürzester Zeit gelingt, DEN Übeltäter auszumachen: Die Computerspiele.
Dabei spielen viel mehr Faktoren eine Rolle, ich wette, jeder der Amokläufer in der Vergangenheit, wäre auch ohne solche Spiele durchgedreht, da ihnen einfach nicht geholfen wurde:
Es gab/gibt keine oder zu wenig Schulpsychologen. (1 Schulpsychologe auf 6000 Schüler)
Die Noten in der Schule waren schlecht.
Die Eltern haben sich offenbar nicht zu Genüge gekümmert.

Die Amokläufer kamen an Waffen heran (Schützenvereine mit Minderjährigen oder Eltern mit ungesichertem Waffenarsenal)
und sie haben ganz nebenbei eine Version von Counter Strike im Regal stehen…
…das wird immer als erstes nach einer solchen Tat von der Polizei festgestellt: ACHTUNG ACHTUNG! Alle beiseite treten, wir bringen jetzt das gefährliche Spiel heraus…

Aber wenn es so viele Gründe gibt, warum ausgerechnet auf den Spielen herum hacken?
Es gibt leider keine Lobby für Computerspieler, aber es gibt eine Lobby für Waffen und Schützenvereine. Dadurch rücken Politiker nach einer kurzen Waffengesetzesdiskussion schnell wieder von dem Thema ab. Und mehr Schulpsychologen? Das kostet ja Geld, willkürliche Verbote dagegen nicht.

zu den Fotos

„Wir sind Gamer, keine Amokläufer“

PG

Felix

 – Autor des Artikels

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